wohnfinanzieren.at

Fachblog für Immobilienkauf und Wohnraumfinanzierung

Der Herbst ist da – jetzt sparen durch Dichten und Dämmen

Samstag 24.10.2015

wärmedämmung_pärchen_580px.jpg 

Wenn die ersten kühlen Abende die Hitze des Sommers ablösen, ist es höchste Zeit, seine vier Wände auf die kalte Jahreszeit vorzubereiten. Doch wo kann man was tun, damit es ohne viel Aufwand im Winter garantiert wohlig warm in der Wohnung ist? Was ist schnell, einfach und auch für den Laien möglich und für was sollte man mehr Zeit, Geld und Spezialisten einplanen?


Dichte Fenster = angenehme Atmosphäre

Fenster sind wahrlich essenziell für die täglich erlebte Wohnqualität: Sie lassen einerseits Licht herein und halten andererseits Kälte draußen – man sollte sie also pfleglich behandeln und regelmäßig auf Dichtheit überprüfen. Die einfachste Möglichkeit dafür ist der Kerzentest. Einfach bei geschlossenem Fenster mit einer Kerze die Fensterkanten entlanggehen – wo immer sich die Kerzenflamme biegt, ist eine undichte Stelle, durch die im Winter wertvolle Energie nach draußen entweicht und die deshalb möglichst bald geschlossen werden sollte.

Beim Dichten muss man dabei zwischen alten und neueren Fenstern unterscheiden. Moderne Fenster haben in der Regel eine bestehende Dichtung, die man aber trotzdem jährlich mit einem silikonhaltigen Pflegemittel einlassen und damit geschmeidig halten sollte. Ist sie bereits brüchig, sollte sie komplett erneuert werden – Ersatzdichtungen erhält man bei den jeweiligen Herstellern. Oft ist auch die Einstellung der Fenster im Rahmen durch die häufige Verwendung nicht mehr optimal – man kann sie dann mit Einstellschrauben, die sich meist unter den Plastikabdeckungen der Angeln verbergen, einfach korrigieren.


Auch alte Fenster kann man dicht bekommen

Alte Holzfenster, wie sie noch in vielen Häusern vorhanden sind, verfügen meist über gar keine Dichtung und müssen deshalb unbedingt komplett gedichtet werden. Dafür bietet der Fachhandel eine Vielzahl von Möglichkeiten an – von einfachen Dichtungsbändern mit Klebestreifen bis hin zu Silikonkautschuk-Lösungen, die erst im Fenster aushärten und so die gewünschte Form annehmen. Zumindest ebenso viel Aufmerksamkeit wie den Fenstern sollte man auch Eingangs-, Balkon- und Terrassentüren widmen. Auch sie müssen auf Dichtheit überprüft, falls notwendig eingestellt und wie bei Fenstern neu gedichtet werden. Die normalerweise nicht gedichtete Unterkante bei Türen kann man übrigens ausgezeichnet mit einer sogenannten Türbürste abdichten.

Bereits deutlich mehr Aufwand, aber natürlich auch mehr Energieeinsparung verspricht der Einbau von neuen Fenstern. Sie sind dann nicht nur für viele Jahre garantiert dicht, sondern haben auch zumindest Zweischeiben- wenn nicht sogar Dreischeibensysteme. Das bedeutet im Vergleich zu den alten Einscheibenfenstern natürlich deutlich weniger Wärmeverlust auch durch die Scheiben.


Das Kleid des Hauses: Thermische Fassadenisolierung

Während in den letzten Jahrzehnten die thermische Isolierung bei Neubauten bereits Standard geworden ist, haben viele ältere Häuser leider noch keine Dämmung ihrer Wände – was nicht nur kalte Füße, sondern auch hohe Heizkosten verursacht. Gerade bei älteren Häusern wird oft ein großer Teil der Heizwärme über die Fassade an die Umgebung abgegeben. So kommt es bei ungedämmten Mauern bei -10° C Außentemperatur zu einer Oberflächentemperatur von nur +10° C an der Innenwandseite. Selbst bei 22° C Raumtemperatur fühlt man sich da nicht behaglich, da die Wärmeabstrahlung des menschlichen Körpers von der kalten Innenwand absorbiert wird.

Erhöht man hingegen durch Wärmedämmung bei gleicher Außentemperatur die Oberfläche der Innenwand auf 18° C, so kann die Lufttemperatur auf nur 20° C abgesenkt werden, trotzdem empfindet man aber den Raum noch als warm und behaglich. Und: Jedes Grad weniger im Zimmer erspart bis zu 6% der Heizkosten – die Dämmung der Wände rechnet sich also sehr schnell.

Natürlich ist eine thermische Sanierung eines Hauses nicht etwas, das man einfach so nebenbei im Herbst machen kann – das verlangt nach fundierter Planung und Finanzierung. Es gibt aber zwei Bereiche, die gerne und oft vergessen werden, dabei aber ähnlich wichtig sind wie eine Fassadendämmung und mit vernünftigem Aufwand erledigt werden können: Die Dämmung der obersten Decke unter dem Dach sowie der Decke des Kellergeschoßes.

Die Baustoff-Industrie bietet hier eine ganze Palette an Möglichkeiten an, mit denen dies ohne viel Aufwand umgesetzt werden kann. Nicht ausgebaute Dachböden können z.B. schnell und einfach mit zusammensteckbaren und begehbaren Isolationselementen thermisch abgedichtet werden, bei Kellerdecken empfiehlt sich ein Spezial-Isolierschaum, der direkt aus der Dose aufgebracht wird. Ist dies nicht möglich, bleibt immer noch die Isolation des Zimmerbodens, was aber natürlich die Raumhöhe verringert. Ist überhaupt keine bauliche Dämmung der Fußböden möglich, bieten Teppiche eine einfache und kostengünstige Wärmedämmung, allerdings mit deutlich reduzierter Wirkung.

Mehr Informationen zum Thema „Dichten und Dämmen“ gibt’s unter:

>>> dena (Youtube): Dämmen und Abdichten von Gebäuden

>>> Galileo (Youtube): Energiekosten sparen ganz leicht

>>> diybook (Youtube): Fensterdichtungen erneuern

Kommentare:

Senden Sie einen Kommentar:
  •