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Die Kunst, ein Kinderzimmer zu gestalten

Mittwoch 08.04.2015

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Zu wenig Platz, die falschen Farben, und Möbel, die dem einen, nicht aber dem anderen gefallen. Teilen sich zwei Kinder ein Zimmer, gibt es oft Streit – und aus dem trauten wird ganz schnell ein lautes Heim. Mit guter Planung, der richtigen Einrichtung und ein paar einfachen Gestaltungstricks können Eltern aber gute Voraussetzungen für ein friedliches Miteinander im Kinderzimmer schaffen.

Den Raum richtig teilen

Zuallererst ist es wichtig, dass Eltern das Kinderzimmer nicht ausschließlich nach ihrem eigenem Geschmack einrichten, sondern viel Rücksicht auf die Vorlieben und Bedürfnisse der Kinder nehmen - ist es doch ihr Reich und nicht das der Erwachsenen. Die Rolle der Eltern beschränkt sich deshalb darauf für ein Grundkonzept zu sorgen und den Raum klar aufzuteilen: in einen Ruhe- und Rückzugsbereich und in einen Lern- und Kreativbereich, denn gute Ideen brauchen Raum. Wird das Zimmer ungleichmäßig getrennt, ist es unbedingt notwendig, vorher mit den Kindern über die Gründe für den Unterschied zu sprechen. Dass ein Schulkind wegen des Schreibtischs mehr Platz braucht, wird die kleine Schwester sicher verstehen – und auch akzeptieren, wenn sie statt des Schreibtisches ein eigenes, besonderes Möbelstück bekommt.

Mit Farben Stimmung machen

Farben helfen nicht nur bei der optischen Teilung des Raumes, sie beeinflussen auch die Stimmung der Menschen, die sich darin befinden. Mit ein paar Grundregeln aus der Farbpsychologie kann man deshalb selbst in kleinen Räumen viel Wohlbehagen erzeugen. Für die Rückzugsoase jedes Kindes gilt: in kühlen Farben halten – Blau, Türkis, oder ein helles Violett; im Lernbereich dagegen, in dem es auch um Konzentration und Kreativität geht, passen warme Farben, also alles, was mit Natur und Sonne zu tun hat – vor allem Gelb, Orange und ein sehr helles Grün regen das Gehirn an. Rot sollte in einem Zimmer, in dem geschlafen wird, eher punktuell eingesetzt werden - und auch nur, wenn es das Kind unbedingt will, denn die Farbe hat eine anregende Wirkung und kann das Einschlafen erschweren. Grün ist eine neutrale Farbe, sie sorgt für Ausgleich, Ruhe und Sicherheit und ist bei Buben und Mädchen gleichermaßen beliebt. Blau eignet sich gut als Deckenfarbe, da lässt sich’s schön träumen. Ein Farbtipp für Räume mit Dachschrägen: den Plafond in einem sehr hellen Blau ausmalen, das gibt ein Gefühl von Weite, und die Kinder schlafen besser.

Kinder mitgestalten lassen

Geht es um die Einrichtung des Zimmers, haben Kinder meist recht konkrete Vorstellungen davon, wie sie ihr Reich gestalten wollen. Sie greifen intuitiv zu Möbeln in den Farben, mit denen sie sich wohlfühlen. Beim Möbelkauf sollten sie deshalb unbedingt dabei sein und vor allem bei Kleinmöbeln, der Gestaltung ihres persönlichen Rückzugsraums, bei Accessoires und Farben mitbestimmen dürfen. Den Kindern so viel Freiraum zu lassen, fällt manchen Eltern vielleicht schwer, unterstützt die Kinder aber bei der Entwicklung ihres Selbstbewusstseins – und bringt Stolz und Freude ins Kinderzimmer.

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Ein Platz für mich allein

So wie jeder Erwachsene brauchen auch Kinder Privatsphäre und einen Rückzugsort für sich allein, wo sie in Ruhe ihren Gedanken nachhängen und ungestört vor sich hin träumen, aber auch lesen, Musik hören oder Tagebuch schreiben können. Wichtig dabei: jedes Kind braucht einen eigenen Privatbereich – wenn sie sich drum streiten müssen, hat keines der beiden eine Chance auf Raum und Zeit für sich allein. Diesen Ruhebereich kann man mit einfachen Mitteln gestalten, zum Beispiel mit einer bequemen Sitzgelegenheit in der Lieblingsfarbe des Sohnes oder der Tochter. Kinder mögen auch Bereiche, die sich zu einer Art Höhle machen lassen – der Platz unter einem Hochbett eignet sich sehr gut dafür. Mit Pölstern ausgelegt und einem Stoffvorhang versehen, schafft man einen ganz persönlichen Raum. Zur Privatsphäre gehört auch ein Bereich, der absperrbar ist - eine Lade mit Schlüssel zum Beispiel oder ein Kasterl mit Vorhängeschloss – für die Schätze, die nur dem Kind allein gehören.

Teilen macht nicht immer Freude

Neben Platz für die privaten Dinge muss auch der wichtigste Rückzugsort im Kinderzimmer ein eigener, ganz persönlicher sein: das Bett. Auch wenn Geschwister von Zeit zu Zeit gemeinsam unter einer Decke stecken wollen, braucht jedes Kind ein eigenes, stabiles und altersgerechtes Bett. Das gilt genauso für den Arbeitsplatz der Kinder. Jedes braucht einen eigenen Schreibtisch. Der muss nicht unbedingt im Kinderzimmer stehen, wichtig ist nur, dass sie den Tisch nicht teilen müssen. Sonst ist der Streit nur mehr eine Frage der Zeit. Eine optische Trennung ist bei den Rückzugsmöglichkeiten wichtig. In größeren Räumen können Schränke oder Regale als Raumteiler dienen. In kleineren Kinderzimmern sind ein Paravent oder ein Vorhang oft die bessere Variante, um das Zimmer zu teilen. Sie nehmen nicht viel Platz weg und können beiseite geräumt werden. So entsteht mehr Freiraum für gemeinsames Spielen. Der Raumteiler soll das Kind aber nicht komplett abschotten, Interaktion muss möglich sein. Das Abschotten kommt erst später, in der Pubertät – da sollten die Eltern dann auch eine echte Raumteilung mittels Trennwand überlegen.

Möbel: weniger ist mehr

Für Eltern stehen Funktionalität, Stabilität und Sicherheit im Vordergrund. Die Möbel sollen viel aushalten und im besten Fall mitwachsen oder weitergegeben werden können, damit sich eine höhere Investition auszahlt. Und: Weniger ist mehr, denn für die Kinder sind Freiräume sehr wichtig. Deshalb lieber weniger Möbel kaufen, diese sollten aber flexibel sein und die Möglichkeit bieten, dass die Kinder sie verändern, herumschieben, vielleicht sogar bekleben und bemalen können. Aber Achtung: da Kinder Kommoden oder Schränke nur allzu gern als Klettertürme verwenden, ist Standsicherheit ein wichtiger Faktor. Diese testet man am besten vor Ort im Möbelhaus an einem dort aufgebauten Modell. Im Zweifelsfall das Möbelstück an der Wand befestigen. Außerdem gibt es bei Schubladen eine Auszugsicherung, die verhindert, dass sie den Kindern auf die Füße fallen.

Über Geschmack lässt sich (nicht) streiten

Je älter die Kinder werden, desto eher finden Sie von heute auf morgen etwas uncool. War die Boyband gestern noch aktuell, hängt heute schon die coole Rapperin als Poster an der Wand. Damit Platz für den individuellen – und oft veränderlichen – Geschmack der Kinder bleibt, unbedingt darauf zu achten, dass man die Einrichtungsgegenstände durch Bezüge, Stoffe und dergleichen individuell gestalten kann. Denn der grundlegende Geschmack und die Bedürfnisse der Kinder ändern sich im Schnitt etwa alle fünf Jahre. Außerdem sollten freie Wand- und Kastenflächen, Pinnwände oder Magnettafeln eingeplant werden, von denen Zeichnungen und Bilder auch wieder entfernt werden können, wenn sie nicht mehr gefallen.

Wenn Kinder sich ein Zimmer teilen, lernen sie ganz selbstverständlich, Rücksicht zu nehmen und Kompromisse einzugehen. Mit ein paar Tricks wird aus einem Raum ein schönes Nest für zwei. Besonders wenn Geschwister einen ähnlichen Charakter, gemeinsame Interessen und keinen allzu großen Altersabstand zueinander haben, steht einem friedlichen Miteinander nichts mehr im Weg.

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