Acht Tipps zur digitalen Barrierefreiheit

Acht Tipps zur digitalen Barrierefreiheit

Für Menschen mit Beeinträchtigungen ist das Verwenden von vielen Websites kaum oder nur eingeschränkt möglich. Dabei stehen eine Reihe von Hilfsmitteln und Tools zur Verfügung, die allen die uneingeschränkte Nutzung des Internets ermöglichen. Mit 8 Tipps wird auch Ihre Website barrierefrei.

Was ist eine barrierefreie Website?

Eine Website gilt als barrierefrei, wenn sie von Menschen mit physischen oder psychischen Beeinträchtigungen genutzt werden kann. Inhalte müssen für alle wahrnehmbar, bedienbar, verständlich und ohne die Installation von zusätzlicher Software verwendbar sein. Die Anforderungen an eine barrierefreie Website definiert das „World Wide Web Consortium W3C“ in den „Web Content Accessibility Guidelines“. In Österreich werden barrierefreie Websites mit dem „Web Accessibility Certificate“ zertifiziert. Seit 2019 gilt in Österreich zudem das Web-Zugänglichkeits-Gesetz, ab dem Jahr 2025 betrifft der „European Accessibility Act“ alle Unternehmen, die digitale Produkte oder Dienstleistungen anbieten.

Wie wichtig die Barrierefreiheit im Internet ist, belegen die Zahlen der Statistik Austria: Danach lebten im Jahr 2015 in Österreich etwa 1,3 Millionen Menschen mit einer Behinderung – das sind mehr als 18% der Bevölkerung.

Deshalb ist die barrierefreie Gestaltung einer Website nicht nur ein Gebot der Fairness, um Menschen mit Beeinträchtigungen nicht auszugrenzen, sondern sie vergrößert auch die mögliche Zielgruppe. Ein barrierefreies Webdesign muss bereits bei der Entwicklung einer Webpage auf die unterschiedlichsten Bedürfnisse Rücksicht nehmen.

Welche Barrieren können auftreten?

  • Beeinträchtigung des Sehens: Je nach Grad der Beeinträchtigung werden Teile des Inhalts einer Website nicht oder nicht vollständig wahrgenommen.
  • Beeinträchtigung des Hörens: Audiodateien und der Ton von Videos werden schwer oder gar nicht verstanden.
  • Beeinträchtigung des Verständnisses: User:innen mit eingeschränkten kognitiven Fähigkeiten können komplexere Inhalte nur schwer oder gar nicht verstehen.

8 Tipps zur digitalen Barrierefreiheit

  • Ein Screen Reader oder ein Text-to-Speech-Tool liest einen Text vor.
  • Die Skalierbarkeit der Schriftgröße einer Website vereinfacht die Lesbarkeit. Starke Kontraste und kontrastreiche Farben erleichtern das Erkennen von Webinhalten.
  • Untertitel und Videobeschreibungen machen Gehörlosen oder Menschen mit beeinträchtigtem Hörvermögen Websites zugänglich. Bei Interviews sind neben Untertiteln Transkripte des gesamten Gesprächs hilfreich.
  • Wichtig ist, dass in Texten Hochdeutsch verwendet wird – das macht es dem Vorleseprogramm einfacher, Sprache zu verarbeiten.
  • Verwenden Sie Title-Tags, Meta-Descriptions und ausgefüllte alt-Attribute bei Bildern und Formularen. Diese sind für Sprachausgabe und Vorlesefunktionen wichtig.
  • Eine vereinfachte Version eines Textes sollte zur Verfügung stehen. Kurze und verständliche Sätze, einfacher Satzbau und der Verzicht auf Fremdwörter fördern die Verständlichkeit.
  • Eine klare Strukturierung von Inhalt, Struktur und Design einer Website sorgt für zusätzliche Accessibility.
  • Überprüfen Sie die Barrierefreiheit Ihrer Webseite bzw. die Wirksamkeit von gesetzten Maßnahmen mit Personen, die eine Beinträchtigung haben. Sofern Sie in Ihrem Bekanntenkreis niemanden kennen, wenden Sie sich an die offiziellen Verbände in Österreich.

Klar formulierte Hinweise zur Fehlerbehebung (z. B. bei Formularen) helfen bei Problemen.

Um die Barrierefreiheit von Websites und deren Accessibility zu testen, stehen etliche Tools zur Verfügung. Eine Auswahl finden Sie hier.

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