Tourismus: Offene Grenzen stimmen optimistisch

Tourismus: Offene Grenzen stimmen optimistisch

Hotels sperren wieder auf

Die Tourismusbranche gilt als einer der größten Verlierer der Coronakrise. Kaum eine andere Branche verzeichnet höhere Umsatzverluste. Alleine in Wien übernachteten im April um rund 98 Prozent weniger Gäste als im Vorjahresmonat. Dabei fungierte der Tourismus in den letzten Jahren als das Zugpferd der heimischen Wirtschaft. Gleichzeitig sind die vielen Tourismusbetriebe Garanten für Arbeitsplätze, weil viele Mitarbeiter aktuell in Kurzarbeit gehen. Beherbergungsbetriebe (als auch Schwimmbäder) dürfen mit 29. Mai 2020 ihre Türen für Touristen öffnen.

Aus der noch zu erlassenden Verordnung des Gesundheitsministeriums heißt es: Im Hotel ist im Bereich von Eingang und Rezeption ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen, außer es gibt eine Plexiglas-Scheibe. Voraussichtlich öffnen knapp 50 Prozent der Qualitätshotels ihre Pforten. Der Rest wartet ab, wie sich die Dinge entwickeln. Ein Hotelbetrieb rentiert sich in der Regel nur, wenn viele Betten belegt sind. Internationale Gäste kommen erst wieder, wenn die Grenzen offen sind. Dann entspannt sich die Situation für Tourismusbetriebe deutlich. 

Bei Tourismus ähnlich wie in der Gastronomie

Derzeit werden in einigen Hotels die Gäste in Gruppen unterteilt, sodass in Restaurants und Servicebereichen die Abstandsregeln eingehalten werden können. In den Restaurants gelten die gleichen Bestimmungen wie für die Gastronomie. Bezüglich Buffets ist die Hotellerie entspannter. Übernachtungsgäste dürfen offen präsentierte Speisen und Getränke bei Buffets selbst entnehmen. Wellnesseinrichtungen können bald wieder vollständig genutzt werden. Für Hotels und Veranstaltungshäuser ist entscheidend, dass vor allem auch Seminar- und Firmenveranstaltungen bis zu hundert Personen möglich sind – vorausgesetzt, dass der Abstand von einem Meter eingehalten werden kann und die Gäste einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Tourismus passt sich den Kundenwünschen an

Tourismusbetriebe, die vor der Krise in Neuerungen investierten, gehen als Sieger aus der Zwangspause hervor. Schwerer tun sich in die Jahre gekommene Betriebe, weil Aktualität im Moment sehr gefragt ist. Hotel- und Tourismusbetriebe, die nicht den Standards entsprechen, kämpfen nach dem Umsatzeinbruch ums Überleben. Ein wichtiger Punkt ist die Digitalisierung, weil digital fortgeschrittene Betriebe mit alternativem Service punkten können. Darunter die Möglichkeit des bargeldlosen Zahlens.

Maßnahmenpaket der Volksbank

Österreich ist ein Tourismusland und weit über die Grenzen als attraktive Urlaubsdestination begehrt. Deshalb ist es wichtig, touristischen Betrieben finanziell unter die Arme zu greifen, um die entstandenen Schäden überschaubar zu halten. Gerade die kleinen und mittelständischen Unternehmen benötigen finanziellen Rückhalt. Quer durch alle Branchen wird von allen Seiten viel getan, darunter verschiedene Förderungen und Hilfestellungen. Die österreichische Bundesregierung und die Österreichische Hotel- und Tourismusbank haben ein „Corona-Maßnahmenpaket“ für KMU der Tourismus- und Freizeitwirtschaft geschnürt, welches in weiterer Folge in Abstimmung mit der Bundessparte Bank und Versicherung im Einklang mit der bankenrechtlichen Aufsicht kredittechnisch abzuwickeln ist.

Das Maßnahmenpaket besteht aus zwei Komponenten:

Zum einen aus 100-prozentigen Bundesgarantien, deren Kosten die öffentliche Hand trägt – für bankeigene Überbrückungskredite mit max. € 500.000,– und Laufzeitlängen bis zu 5 Jahren. Darüber hinaus bis zu einem maximalen Überbrückungskredit von weiteren € 1 Mio. mit einer 90-prozentigen Bundesdeckung und ebenfalls 5-jähriger garantierter Laufzeit. Dabei allerdings mit Verrechnung gestaffelter Haftungsprämien für die Kreditnehmer. Weiterhin gibt es die Möglichkeit einer 80-prozentigen Bundesdeckung bis € 500.000,– Kreditbedarf mit 3-jähriger garantierter Laufzeit bzw. über € 500.000,– bis max. € 1,5 Mio. Kreditbedarf mit 5-jähriger garantierter Laufzeit. 

Bei Überbrückungskreditlinien über € 1,5 Mio. ist der Antrag für Tourismus- und Freizeitwirtschaftsunternehmen bei der aws einzubringen, dabei gibt es ausschließlich 90-prozentige Bundesgarantien für die Kreditnehmer.

Die Anträge auf Überbrückungsgarantien bis € 1,5 Mio. Kreditbedarf sind online von der Bank gemeinsam mit den Förderwerbern und den entsprechenden Beilagen über das Kundenportal der ÖHT einzubringen.

Hinzu kommt seit 20.05.2020 ein Fixkostenzuschuss über finanzonline für einen Umsatzentgang von mindestens 40 Prozent, wenn das antragstellende Unternehmen den Vergabekriterien – analog für die Überbrückungsgarantien – entspricht. Nähere Informationen unter dem direkten Link zum Fixkostenzuschuss.

Schnell und praktisch informiert:

Die neuen Regeln in Beherbergungsbetrieben

Aktuelles vonseiten der Bundesregierung

FAQs der WKO zum Thema Tourismus

Fakten zur Hotellerie der WKO

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