Warum sich nachhaltiges Wirtschaften lohnt

Warum sich nachhaltiges Wirtschaften lohnt

Nachhaltigkeit – ein Trend, der heute in allen Bereichen gefordert aber auch gefördert wird. Es geht dabei längst nicht mehr nur um ökologische Themen. Regierungen wie Unternehmen setzen auf nachhaltiges Wirtschaften, um auch soziale und ökonomische Ziele langfristig zu sichern. Gleiches gilt für Banken, denen hier sogar eine besondere Rolle zukommt. Denn durch die EU und ihre Regularien soll der Finanzsektor aktiv an einer nachhaltigen Zukunft mitwirken. Wie das aussieht, was die Volksbank bereits unternimmt und warum es sich auch für Sie lohnt nachhaltig zu wirtschaften? Wir haben darüber mit Mag. Monika Bäumel gesprochen, Projektleiterin Nachhaltigkeit der Volksbank Wien AG.

Was bedeutet nachhaltiges Wirtschaften für eine Bank?

„Bisher war das Thema Nachhaltigkeit bei vielen Banken eher auf den Bankbetrieb selbst bezogen als auf das Kerngeschäft. Seitens der EU ist jedoch geplant, dass der Finanzsektor hier in Zukunft eine Schlüsselrolle einnehmen soll. Denn durch aktives Mitwirken bei Finanzierungs- und Veranlagungsstrategien können Banken die Wirtschaft in eine nachhaltigere Richtung lenken. Beispielsweise wäre eine Idee, Kredite nur mehr an nachhaltige Unternehmen zu vergeben. Wenn ich als Unternehmer keinen Kredit mehr bekomme, wenn ich nicht nachhaltig wirtschafte, beeinflusst das natürlich die Ausrichtung des Marktes“, erklärt Mag. Monika Bäumel.

Was bedeutet Nachhaltigkeit für die Volksbank?

Auch wenn Szenarien wie diese für viele Banken noch Zukunftsmusik sind, betreibt die Volksbank bereits ein erfolgreiches Nachhaltigkeitsmanagement und veröffentlicht heuer zum dritten Mal ihren Nachhaltigkeitsbericht. „Für uns bedeutet Nachhaltigkeit vor allem, in der Region nachhaltig zu wirtschaften. Sprich den Unternehmern in der Region die Möglichkeit zu geben, nachhaltig ihrem Geschäft nachzugehen, indem wir sie beraten, mit Krediten unterstützen oder ihr Geld gewinnbringend veranlagen. Darum bleibt die Volksbank auch in Zeiten der Digitalisierung und Globalisierung bewusst Regionalbank und ein rein österreichisches Unternehmen“, so Bäumel.

Warum ist nachhaltiges Wirtschaften wichtig für ein Unternehmen?

Das Thema Nachhaltigkeit nimmt in unserer Gesellschaft schon seit Jahren einen immer größeren Stellenwert ein. Sowohl die KonsumentInnen als auch junge ArbeitnehmerInnen achten heute verstärkt darauf, wie ein Unternehmen mit Ressourcen umgeht. Dabei spielen auch die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals) der Vereinten Nationen eine entscheidende Rolle. „Die SDGs stehen teilweise schon auf dem Lehrplan der Schulen. Kinder wachsen heute damit auf, dass nachhaltiges Wirtschaften unsere Zukunft sichert. Auch Bewegungen wie Fridays for Future zeigen uns doch ganz deutlich, wie wichtig den jungen Menschen das Thema Umweltschutz ist“, betont Frau Bäumel. Verantwortungsvolles, nachhaltiges Wirtschaften zahlt sich demnach in vielerlei Hinsicht für ein Unternehmen aus:

  • Es verbessert die Attraktivität als Arbeitgeber
  • erhöht das Image sowie die Glaubwürdigkeit
  • steigert die Wettbewerbsfähigkeit
  • und es sichert die ökonomische Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens.

Wie werden Unternehmen nachhaltiger?

Es tut sich also einiges zum Thema nachhaltiges Wirtschaften – auch auf politischer Ebene. UnternehmerInnen sind daher gut beraten, schon heute über eine eigene Nachhaltigkeitsstrategie im Unternehmen nachzudenken. Diese sollte jedoch keinesfalls überstürzt werden. Auch hier hat die Expertin hilfreiche Tipps: „Am wichtigsten ist, erst einmal für sich selbst zu definieren, was Nachhaltigkeit für mein Unternehmen ist. Je nachdem wie das Unternehmen aufgestellt ist, wie und wo es wirtschaftet, gibt es wesentliche Unterschiede in der Strategie. Beispielsweise sieht das Umweltmanagement in einer Bank anders aus als in einem Chemieunternehmen. Im nächsten Schritt ist es wichtig, mit sämtlichen Stakeholdern in Kontakt zu treten. Fragen Sie, wo Ihr Unternehmen nachhaltigen Einfluss nimmt. Welche Punkte sind gut, welche sind eher kritisch. Und erst dann sollten Sie die Nachhaltigkeitsstrategie aufsetzen.“

So kann es gehen

Auch die Volksbank Wien AG führte als Grundlage für das Nachhaltigkeitsmanagement eine Stakeholder-Befragung durch. Die daraus abgeleiteten wesentlichen Themen tragen zur Umsetzung ausgewählter Sustainable Development Goals (SDGs) bei. „Vor allem in den Bereichen, die die Mitarbeiter betreffen, haben wir zielgerichtete Angebote – angefangen beim Thema Sicherheit, über Gesundheit, bis hin zur Aus- und Weiterbildung. Darum haben wir auch die Volksbank Akademie als Unterstützung, weil wir glauben, dass insbesondere Weiterbildung ein ganz großes Thema in Richtung Nachhaltigkeit ist“, so die Expertin.

Spezielle Förderprogramme sorgen zudem bei der Volksbank Wien AG für Chancengleichheit und mehr Frauen in den Chefetagen. Das weibliche High Potentials Netzwerk unterstützt dabei mit Mentoring, einem Talentelehrgang sowie zahlreichen persönlichkeitsbildenden und fachlichen Vorträgen. „Darüber hinaus legt die Volksbank viel Wert auf die Work-Life-Balance ihrer MitarbeiterInnen. Dahingehend haben sich während der aktuellen Corona-Krise besonders die gemeinsamen Initiativen mit dem Hilfswerk Österreich bewährt“, schließt Bäumel. Nachhaltiges Handeln ist also nicht nur zukunftsfähig, sondern auch langfristig mit wirtschaftlichem Erfolg verbunden.

Autor

Mag. Monika Bäumel

Mag. Monika BäumelMonika Bäumel ist Projektleiterin für Nachhaltigkeit bei der Volksbank Wien AG sowie Leitung der Abteilung Kommunikation.

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