Generation Z: Game Changer oder Mitläufer?

Generation Z: Game Changer oder Mitläufer?

Ehe es ins Fitnessstudio geht, wird noch „schnell“ ein Selfie im Sportoutfit gemacht. Filter drüber, Hashtags setzen und am besten ein paar freche GIFs platzieren. Posten, Liken, Streamen – das ist die Realität der Generation Z. Oder etwa nicht? Die heute 8- bis 23-Jährigen sind die nächste Generation am Arbeitsmarkt und die wahren Digital Natives. Denn sie sind die ersten, die bereits mit dem Smartphone in der Hand aufgewachsen sind. Schon heute prognostizieren Sozial- und Jugendforscher, dass die Generation Z in der Arbeitswelt als „Game Changer“ auftreten könnte. Darum interessieren sich vor allem Unternehmen für die junge Generation, ihre Interessen und Erwartungen. Was Sie schon heute über die Post-Millennials wissen sollten und wie Sie Ihr Unternehmen auf die neuen Anforderungen vorbereiten, erfahren Sie hier.

Was wissen wir eigentlich über die Generation Z?

Die Generation Z oder auch „Zoomer“ sind diejenigen, die etwa zwischen 1997 und 2012 geboren sind – also die Nachfolger der Generation Y. Was sie bisher all ihren Vorgängern voraushaben und sie deshalb nachhaltig unterscheidet, ist die digitale Früherziehung. Das erste iPhone erschien im Jahr 2007 auf dem Markt. Damit sind die ersten Z-ler noch vor dem Teenager-Alter mit den bahnbrechenden Technologien in Berührung gekommen. Während andere Generationen erst später digital nachsozialisiert wurden, wuchsen die Z-ler bereits damit auf. Was das mit ihnen gemacht hat? Es gibt keine Grenzen mehr zwischen virtueller und realer Welt. Sie sind immer online und kommunizieren mit Gleichgesinnten weitestgehend über Anbieter wie WhatsApp, Instagram oder Snapchat. Für sie ist es normal Filme zu streamen und sich die Welt von Youtubern erklären zu lassen. Die Generation Z geht nicht ins Internet, sie lebt darin.

Protestgeneration mit Selfie-Perspektive

Aus diesem Grund werfen ihnen ältere Jahrgänge gerne eine verzerrte Wahrnehmung vor. Auch die vermeintlich ständige Selbstinszenierung im Netz ist für viele ein Problem. Da die Jahrtausendkinder hier in einer Gesellschaft ohne Tabus aufwachsen, gibt es kaum mehr Gründe, sich etwa gegen die Eltern aufzulehnen. Dennoch sollten sie die Generation Z nicht unterschätzen. Die Schülerin Greta Thunberg hat uns gelehrt, dass auch die Jungen etwas zu sagen haben. Mit ihren Klimastreik-Demonstrationen Fridays for Future haben sie und tausende Jugendliche sich in der Weltpolitik Gehör verschafft. Ist das vielleicht sogar ein Indiz dafür, dass eine neue Protestgeneration heranwächst? Sie wissen jedenfalls schon ziemlich genau, was ihnen wichtig ist und treten vermehrt für ihre Zukunft ein. Das gilt nicht nur in puncto Klimawandel, sondern auch für die Arbeitswelt. Nachhaltigkeit ist folglich ein wichtiges Thema, mit dem Unternehmen bei den jungen Talenten punkten können.

Was erwartet die Generation Z vom Berufsleben?

Man muss jedoch klar sagen, dass alle Eigenschaften, die der Generation Z heute zugeschrieben werden, lediglich Tendenzen und Prognosen der Sozialforscher sind. Die Z-ler dringen gerade erst auf den Arbeitsmarkt vor, weshalb es als UnternehmerIn falsch wäre, überstürzt zu handeln. Zahlreiche Gespräche mit den Post-Millennials lassen jedoch Trends vermuten, auf die Arbeitgeber zumindest vorbereitet sein sollten. So könnten sich die Anforderungen an Arbeitszeiten und Bürogestaltung laut Jugendforschung zukünftig drastisch ändern.

Work-Life-Blending war gestern: Viele junge Menschen wünschen sich heute eine klare Trennung zwischen Privat- und Berufsleben. Flexible Arbeitszeiten empfinden sie nicht mehr als Pluspunkt, denn das würde ja bedeuten, dass der Arbeitgeber von ihrer Flexibilität profitiert. Stattdessen sollen geregelte Arbeitszeiten für eine klare Tageseinteilung und folglich eine unbefangene Freizeit sorgen. Mit Faulheit hat das Nichts zu tun. Die Jahrtausendkinder entscheiden sich lediglich gezielt dagegen, die nächste Burn-Out-Generation zu werden. Karriere ist eher zweitrangig, solange die Arbeitsatmosphäre passt und sie die Möglichkeit haben, sich selbst zu verwirklichen. Die Generation Z legt dahingehend mehr Wert auf klare Strukturen, Sicherheit und Stabilität.

Freie Entfaltung in klaren Strukturen

Auch Dinge wie Desk-Sharing und Großraumbüros wiedersprechen den Vorstellungen der Generation Z, werden heute aber zu Hauf propagiert. Ebenso das Homeoffice, welches seit der Corona-Krise Alltag vieler ArbeitnehmerInnen ist. Bei diesem Thema scheiden sich ohnehin die Geister. Für manche ist das Homeoffice der Inbegriff freier Arbeitszeitgestaltung, für andere droht die Gefahr, nie abschalten zu können. Ob die Generation Z das so positiv aufnehmen würde, ist daher umstritten. Dennoch ergab eine aktuelle Studie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, dass 4 von 10 KandidatInnen ein Jobangebot ohne Möglichkeit auf Homeoffice nicht annehmen.

Die Generation Z in der (Corona-)Krise

Kalter Krieg und Finanzkrise – das kennt die Generation Z lediglich aus Erzählungen. Doch Ereignisse wie diese prägen meist eine ganze Generation. Die Post-Millennials sind bisher in einer Welt ohne Grenzen aufgewachsen. Das änderte sich schlagartig mit dem Ausbruch des Coronavirus. Wie sich das Weltgeschehen auf die Generation Z und ihre Sichtweise auf die Arbeitswelt auswirken wird, können wir heute noch nicht absehen. Wir sind gespannt auf die nächsten Studien.

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