Arbeitswelt 2.0: Anpassungsfähige triumphieren

Arbeitswelt 2.0: Anpassungsfähige triumphieren

In der neuen Arbeitswelt liegt der Schlüssel zum Erfolg in der richtigen Balance aus Tempo, Flexibilität und Verfügbarkeit. Arbeitsalltag 

Digitalisierung und Globalisierung verändern unsere Arbeitswelt. Die neuen Technologien erhöhen Effizienz und Geschwindigkeit. Auf einen Nenner gebracht könnte man sagen: alles wird besser, aber auch qualitativer. Künstliche Intelligenz nimmt uns Routineaufgaben ab, bleibt mehr Zeit für Kreativität und Produktivität. Die Corona-Pandemie beschleunigte die digitale Transformation. Viele Unternehmen, die bisher dem Thema mit Scheuklappen begegneten, wurden plötzlich gezwungen, nachzuziehen. Homeoffice ist das prägnanteste Beispiel für die Veränderung der Arbeitswelt, weil dieser Trend wie ein Wegweiser aufzeigt, was uns in Zukunft erwartet. 

Mehr Leistung in kürzerer Zeit

Durch die Globalisierung rückt die Welt zusammen, denn mit der Digitalisierung werden viele einzelne Arbeitsschritte effizienter. Gut lässt sich das am Beispiel Videokonferenzen demonstrieren. Auf Knopfdruck können sich Teilnehmer aus den unterschiedlichsten Teilen der Welt an einen virtuellen Tisch versammeln – das spart Zeit und Geld. Web-Konferenzen werden sich mit dem technischen Fortschritt weiterentwickeln und weiter verbessern. Vorstellbar ist etwa, dass Gesprochenes automatisch in Text umgewandelt werden kann. Dadurch hält man nach jeder Sitzung automatisch ein Protokoll ohne zusätzliche Arbeit in der Hand. Künstliche Intelligenz wird uns weitere Aufgaben abnehmen und Möglichkeiten schaffen, die heute noch wie Science Fiction klingen. Experten erwarten sich auch, dass Virtual Reality in Zukunft stärker in den Arbeitsalltag integriert wird. Unter anderem für virtuelle Betriebsbegehungen, Produktpräsentationen, Baupläne von Architekten u.v.m.

Digitalisierung treibt flexible Arbeitsformen voran

Homeoffice und mobile Arbeit wird sich als alternative Arbeitsform etablieren, was zu einer erhöhten Flexibilität für Arbeitnehmer und Arbeitgeber führt. Das beginnt bei den Arbeitszeiten, weil eine abgeschwächte Anwesenheitspflicht eine individuellere Anpassung der Arbeitszeit an jeden einzelnen Mitarbeiter erlaubt. Im Homeoffice sind zwar in vielen Unternehmen die Kernarbeitszeit meist festgelegt, darüber hinaus kann in der Regel aber ein Teil flexibel gestaltet werden. Die digitale Arbeitskultur erzielt nachhaltige Wirkungen – zum Beispiel reduziert sie Dienstreisen.

New Work ergibt neue Chancen

Schnelleres Tempo, mehr Flexibilität, selbstbestimmtes Arbeiten, Eigenverantwortung. Unter Experten wird diese neue Form des Arbeitens mit dem Schlagwort „New Work“ bezeichnet. Studien zufolge führen die Eigenschaften zu einer höheren Arbeitsmoral. Was bisher Freelancern vorbehalten war, trifft nun auch stärker auf Angestellte zu. Die gewandelte Arbeitswelt erlaubt eine erhöhte Flexibilität, die bei der Life-Work-Balance unterstützen kann. 

Arbeitswelt_New Work

Die Kehrseite der Medaille

„Remote Work“, wie ortsunabhängiges Arbeiten im Fachjargon genannt wird, hat auch Nachteile: ohne klare Regelungen drohen viele unbezahlte Arbeitsleistungen. Studien über die Homeoffice-Situation während der Coronakrise zeigen: Es wird auch vermehrt am Wochenende gearbeitet. Die Arbeit im digitalen Zeitalter führt dazu, dass wir rund um die Uhr verfügbar sind. Ständige Erreichbarkeit kann zwar die Produktivität erhöhen, fördert aber auch zunehmend Stress. Immer mehr Unternehmen setzen es als selbstverständlich voraus, dass Mitarbeiter auch nach den offiziellen Arbeitszeiten erreichbar sind. Der Wegfall der klaren Grenze zwischen Job und Freizeit  bringt negative gesundheitliche Konsequenzen mit sich: Gesundheitsexperten befürchten, dass die Zahl der psychischen Erkrankungen ansteigen wird.

Arbeiten von überall aus

Ortsunabhängiges Arbeiten wird noch weiter zunehmen, so werden wir in Zukunft immer stärker selbst entscheiden können, wann und wo wir uns engagieren. Eigenverantwortung und selbstbestimmtes Arbeiten rücken in den Vordergrund; dabei sind auch Selbstmanagement-Qualitäten gefragt. Auch der Cloud kommt eine wichtigere Rolle zu. Sie erspart die Anschaffung teurer Hard- und Software, Daten finden sich in der „Datenwolke“. Damit sind die Daten unabhängig vom Computer überall und jederzeit verfügbar. Sorgen, bei PC-Abstürzen oder Festplattendefekten wertvolle Daten zu verlieren, gehören damit der Vergangenheit an. Kritiker geben aber zu bedenken, dass die Cloud-Anbieter in eine neue Machtposition rücken. Umso wichtiger ist das Vertrauen in die Seriosität des Anbieters.

Die Arbeitswelt 2.0 schreit nach Freelancern

Insgesamt steigt durch die neuen Arbeitsformen die Zahl der Freelancer. Vor allem die nachrückende Generation möchte sich immer weniger an ein Unternehmen binden, viel eher selbständig sein. Mehr Flexibilität bedeutet auch mehr Unabhängigkeit und Freiheit. Für KMUs kann diese Entwicklung von Vorteil sein, indem man verstärkt auf Freelancer zurückgreift. Man erspart sich Personal, muss sich gleichzeitig aber auch keine Sorgen um Fachkräftemangel machen, weil man aus Experten-Pools fischen kann. Gewinner der neuen Situation sind Vermittlungsagenturen und Plattformen, die Unternehmen und Arbeitskräfte zusammenbringen. 

Mit dem Tempo Schritt halten

Das Tempo, mit dem sich der Wandel vollzieht, wird immer schneller. Um mit der Geschwindigkeit Schritt halten zu können, muss einerseits die Anpassungsfähigkeit gegeben sein, andererseits braucht es die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen. Wichtig ist der Ausbau der Schlüsselqualifikationen. Unternehmen, die in der Lage sind, ihre Geschäftsmodelle ständig zu hinterfragen, kommen mit dem Wandel besser zurecht (Link Artikel Geschäftszweck ändern).

Der Wettbewerb wird fairer

Die neue Arbeitswelt führt zu einer größeren Fairness. Durch die Digitalisierung und immer bessere technische Tools werden kleine Unternehmen den großen immer ebenbürtiger. Mit dem ortsunabhängigen Arbeiten verlieren viele Unternehmen Standort-Nachteile. Für Unternehmer bedeutet das auch, neue Recruiting-Möglichkeiten auszunutzen und zum Beispiel auch Personen ins Team zu holen, die sich nicht im Umfeld des Firmenstandortes befinden. Auch hier können KMUs gegenüber großen Konzernen, die über viele Standorte verfügen, aufholen und um dieselben Fachkräfte angeln, weil der Standort nicht mehr das ausschlaggebende Argument ist. 

Exkurs: Corona-Pandemie bewirkt ein Umdenken

In einer aktuellen Deloitte Studie befraget man rund 6.000 Führungskräfte aus 99 Ländern (163 Personen ausÖsterreich). 

Bewegt die Coronakrise zu einem Umdenken in der Arbeitswelt?

  • 61 Prozent der Befragten sagen ja

Welche Maßnahmen sind hierbei am wichtigsten?

  • 45 Prozent: Unternehmenskultur ändern
  • 41 Prozent: Entwicklung der richtigen Mitarbeiter-Skills 
  • 35 Prozent: Implementierung neuer Technologien
  • 22 Prozent: Umstrukturierungen

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