Bargeldlos Bezahlen: Die Vielfalt der Zahlungsmethoden nutzen

Bargeldlos Bezahlen: Die Vielfalt der Zahlungsmethoden nutzen

Die Zahlungsweise zählt wohl zu den wichtigsten Kriterien im Checkout, um einen Kauf abzuschließen. Neben Kartenzahlungen etablieren sich weitere innovative Zahlungsmethoden. Wo geht die Reise beim Zahlen hin?

Zehn Millionen Bankomatkarten und vier Millionen Kreditkarten sind derzeit in Österreich ausgegeben. Allein mit der Debitkarte haben Frau und Herr Österreicher 844.554.000 Zahlungstransaktionen (Quelle Nationalbank ) im Jahr 2020 durchgeführt. Dabei wechselten etwa 31 Milliarden Euro den Besitzer. Die Corona-Pandemie hat den Trend in Richtung bargeldloses Bezahlen beschleunigt.

  • Etwa 40 Prozent der Österreicher bezahlen während der Covid-Krise häufiger mit der Karte, so die Europäische Zentralbank.
  • Die Strategieberatung Boston Consulting Group (BCG) erwartet, dass die Zahl der bargeldlosen Transaktionen in den kommenden Jahren in Österreich weiter steigen wird – bis zum Jahr 2024 um über 40 Prozent.

Die Österreichische Nationalbank sieht in ihrem Geschäftsbericht 2019 folgende Anhaltspunkte für eine zu erwartende Beschleunigung des Trends zu bargeldlosen Zahlungen:

  • aufgrund der vermehrten Nutzung unbarer Zahlungsmethoden für kleinere Beträge.
  • weil jüngere Personen mit bargeldlosen Zahlungsmethoden bereits vertraut sind. Dieses Verhalten werden sie in Zukunft auch nicht ändern.
  • weil die Erfahrung anderer Staaten zeigt, dass auch späte Nutzer, also vor allem ältere Personen sowie Personen mit geringerem Einkommen, mit der Zeit vermehrt unbar zahlen werden.

Neue Bezahlmethoden drängen auf den Markt

Der Markt für neue Bezahlmethoden und alternative Zahlungsmittel hat in den letzten Jahren eine enorme Entwicklung unternommen. IT-Konzerne oder Softwareentwickler wie etwa Apple, Amazon oder Google drängen mit neuen Produkten auf den Markt. Statt Pin-Code und Plastikkarte bieten sie Pay-Apps und Bezahlfunktionen per Smartphone oder Smartwatch an, wo der Benutzer sich mittels Fingerprint oder Gesichtserkennung identifiziert. Eine weitere Voraussetzung: Das Smartphone oder die Smartwatch ist mit einem NFC-Chip (Near Field Communication) ausgestattet. Auch die Volksbank bietet mit der Pay-App das mobile Bezahlen via Smartphone an. In dieser App kann man mit der „Zoin“-Funktion auch die Person-to-Person-Bezahlung nutzen – ohne IBAN, direkt an einen Kontakt oder eine beliebige Telefonnummer.

Die Vorzüge von Smartphone und Smartwatch

Nach Angaben der Österreichischen Nationalbank nutzten etwa 8 Prozent der Österreicher innovative Bezahlverfahren über mobile Devices (Stand Herbst 2019). „Gerade das Smartphone eignet sich ideal zum Bezahlen: Wir haben es immer dabei und dank biometrischer Schutzmechanismen wie etwa dem Fingerabdruckscan ist es auch besonders sicher“, sagt Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des deutschen Digitalverbands Bitkom [https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Kontaktloses-Bezahlen-wird-zum-Standard]: „Wer häufig einkauft, lernt die Vorzüge von Smartphone und Smartwatch offenbar besonders zu schätzen.“ Um das Kauferlebnis so angenehm und einfach wie möglich zu gestalten und konkurrenzfähig zu bleiben, sollten die Kunden im Shop, Restaurant aber auch am Marktstand oder bei der Lieferung vor der Haustür echte Wahlfreiheit beim Bezahlen haben. SumUp beispielsweise macht den Bezahlvorgang einfacher und flexibler. Dieses Kassensystem – auch für unterwegs – akzeptiert kontaktlose Kartenzahlungen aller gängigen Debit- und Kreditkarten sowie Apple Pay und Google Pay.

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Ist kontaktloses Bezahlen so sicher wie Barzahlen?

  • Das kontaktlose Bezahlen ist nach Angaben von Bitkom nicht risikoreicher als herkömmliche Zahlungen mit Karte. Die Gefahr, dass einem Bargeld gestohlen werden oder man es verlieren, sei weitaus größer.
  • Der NFC-Chip funkt nur über maximal vier Zentimeter, es werden auch keine persönlichen Daten wie Adresse oder Name des Karteninhabers transferiert.
  • Nur spezielle Lesegeräte können die Signale empfangen und entschlüsseln.
  • Es ist nicht möglich, durch Vorbeigehen am Kassenterminal einen Bezahlvorgang auszulösen.

Bargeld bleibt trotzdem dominant

Trotz dieses Trends zum kontaktlosen und unbaren Zahlen: Das Bargeld bleibt in Österreich weiterhin das am häufigsten genutzte Zahlungsmittel an der Kasse. Die Bargeldaffinität ist hierzulande vergleichsweise stark ausgeprägt. Laut EZB-Daten von Dezember 2020 liegt der Bargeldanteil in Österreich mit 79 Prozent (bezogen auf die Anzahl der Transaktionen) und 58 Prozent (bezogen auf den Transaktionswert) weiterhin deutlich über dem europäischen Durchschnitt (73 Prozent Anzahl; 48 Prozent Wert). Vor allem skandinavische Länder kommen immer mehr vom Bargeld ab: Bei den bargeldlosen Transaktionen pro Kopf und Jahr kommt Spitzenreiter Norwegen auf etwa die doppelte Zahl wie Österreich.


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