Warum Nachhaltigkeit im Unternehmen besonders relevant wird

Warum Nachhaltigkeit im Unternehmen besonders relevant wird

Von der CO2-Steuer bis zur CSRD: Wie die neuesten (und kommende) Regularien Unternehmen betreffen. Und Wege zu Förderungen und Unterstützungen, mit denen die Nachhaltigkeit im Unternehmen ausgebaut werden kann.

Warum ist Nachhaltigkeit für Unternehmen wichtig?

Auf Nachhaltigkeit nicht einzugehen, stellt ein geschäftliches Risiko dar. Der Handlungsdruck auf Unternehmen jeder Größe steigt von mehreren Seiten: Kunden, Geschäftspartner, Investoren und Regularien fordern verstärkt überprüfbare Nachhaltigkeit im Unternehmen. Zudem müssen Banken bei der Kreditvergabe künftig vermehrt nachhaltige Kriterien berücksichtigen. Es ist im Eigeninteresse von Unternehmen, vorausschauend zu agieren und Gesetze, Verordnungen und Richtlinien frühzeitig zu antizipieren (siehe auch: Warum sich nachhaltiges Wirtschaften lohnt). Welche Regulatorien sind für Unternehmen aktuell besonders relevant – oder könnten in naher Zukunft für sie relevant werden? CSRD-Richtlinie, EU-Taxonomie & Co.: Erfahren Sie, was hinter diesen Begriffen steckt und wie sie Unternehmen betreffen werden. 

CO2-Steuer – Nachhaltigkeit im Unternehmen soll sich

Das Ziel der heimischen Bundesregierung ist, dass Österreich bis zum Jahr 2040 klimaneutral wird. Ein wesentlicher Baustein, um dieses Ziel zu erreichen, ist die steuerliche Belastung von Emissionen durch fossile Brennstoffe. Ab 1. Juli 2022 wird der CO2-Ausstoß pro Tonne 30 Euro kosten. Der CO2-Preis wird Jahr für Jahr steigen. 2023 wird er bei 35 Euro pro Tonne liegen, 2024 dann bei 45 Euro, 2025 steigt er auf 55 Euro. Eine nachhaltige Entwicklung im Unternehmen wird somit verstärkt zu einem Einsparungsfaktor. Für besonders energieintensive und somit CO2-intensive Unternehmen gibt es Entlastungen, damit sie ihre Produktion nicht wegen der mit den Klimamaßnahmen verbundenen Kosten in andere Länder verlagern. (weitere Informationen: Nachhaltiger CO2-Fußabdruck als Ziel)

CSRD – Nachhaltige Entwicklung zeigen

Die EU-Richtlinie Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) sieht vor, dass große oder an geregelten Märkten notierte Betriebe ab dem Berichtsjahr 2023 verpflichtend eine Berichterstattung über Nachhaltigkeit im Unternehmen vorzulegen haben. Auch die Berichtsinhalte werden umfassend ausgeweitet. Direkt betroffen sind Unternehmen, die zwei von drei der folgenden Kriterien erfüllen:

  • Bilanzsumme größer als 20 Millionen Euro,
  • Umsatz größer als 40 Millionen Euro,
  • oder Zahl der Beschäftigten im Laufe des Jahres größer als 250.

Der Kreis der berichtspflichtigen Unternehmen wächst auf etwa 49.000, mehr als das Vierfache der bisherigen Anzahl. Aber was bedeutet das für KMU? Die Reporting-Verpflichtung dieser Unternehmen hat ebenfalls Auswirkungen auf deren Zulieferer und Dienstleister. Denn es sind auch die wichtigsten nachteiligen Umweltauswirkungen im Zusammenhang mit der Wertschöpfungskette von den betroffenen Unternehmen offenzulegen: Wer sind meine Lieferanten und wie sehen deren Nachhaltigkeitszahlen aus?

EU-Taxonomie – Kriterien für nachhaltige Unternehmen

Die EU-Taxonomie zielt darauf ab, die Transparenz im Bereich der Nachhaltigkeit deutlich zu erhöhen. Sie legt Klassifizierungskriterien dazu fest, welche Geschäftsaktivitäten als „grün“ einzustufen sind. Dies soll zu größerer Transparenz und Vergleichbarkeit in Hinblick auf die Nachhaltigkeitsstrategie von Unternehmen und das Produktportfolio führen. Ziel ist es, die Investitionsströme aus dem Finanzsektor und Kapital für Unternehmen zu fördern, die sich mit umwelt- und klimafreundlichen Aktivitäten beschäftigen. Die Taxonomie zeigt Unternehmen außerdem auch Möglichkeiten auf, wie das operative Geschäft ökologisch nachhaltiger gestaltet werden kann.

Lieferkettengesetz – Nachhaltigkeit von A bis Z

In Deutschland wurde das Lieferkettengesetz bereits beschlossen und tritt 2023 in Kraft, auch auf EU-Ebene wird an einem Gesetzesentwurf gearbeitet. Damit soll vor allem der Schutz der Umwelt sowie der Menschen- und Kinderrechte entlang globaler Lieferketten verbessert werden. Unternehmen müssen bei der Herstellung ihres Produkts sicherstellen, dass entlang der gesamten Produktions- und Lieferkette soziale und ökologische Standards möglichst hoch angesetzt werden – oder zumindest gewisse Mindeststandards eingehalten werden.

Förderservice für mehr Nachhaltigkeit im Unternehmen

Auch wenn KMU vielleicht noch nicht direkt von den Regulatorien betroffen sind: Über die Einbindung als Zulieferer bzw. Dienstleister oder aufgrund der Anforderungen der Finanzinstitute oder Kapitalgeber werden auch sie immer öfter Daten zur eigenen Nachhaltigkeit vorlegen müssen. Es ist deshalb wichtig, sich möglichst frühzeitig mit der eigenen Klima- und Umweltbilanz zu beschäftigen. Ob auf EU-, Bundes- oder Landesebene: Es gibt zahlreiche Förderungen für Projekte und Maßnahmen, die eine nachhaltige Entwicklung zum Ziel haben.

Machen Sie den Förder-Check

Die Volksbank bietet Unternehmen Beratungen mit dem Schwerpunkt nachhaltige Förderungen. Zusätzlich hat sie mit dem Förder-Check ein Online-Tool eingerichtet, mit dem Unternehmen in einer Erstanalyse die Fördermöglichkeiten herausfinden können. Nutzen Sie den Förder-Check und das Förderservice der Volksbank.

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