Kooperationen erhöhen Win-win-Chancen

Kooperationen erhöhen Win-win-Chancen

Kleine Unternehmen leiden häufig unter Ressourcenknappheit. Kooperationen erhöhen die Win-win-Chancen und können zu besseren und größeren Aufträgen führen. Vorausgesetzt, man wählt die richtigen Kooperationspartner und hat mögliche Chancen und Risiken im Vorfeld bedacht.

Gemeinsam stärker

Geschäftsmodelle verändern sich. Disruptionen finden statt. Innovationen ersetzen oder verdrängen erfolgreich bestehende Technologien oder Dienstleistungen. Kleine, oft ressourcenarme Unternehmen fordern große, etablierte heraus. Die Banken- und Finanzbranche war eine der ersten, die von der Digitalisierung stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Viele Start-ups drängten auf den Markt und sagten den etablierten Bankinstituten den Kampf an. Fintechs schossen aus dem Boden. Neue Technologien wie die Blockchain tauchten auf. Erst sahen die klassischen Banken die neuen Unternehmen als Konkurrenz. Rasch erkannten aber beide Seiten, dass es für alle produktiver ist, wenn man zusammenarbeitet. Denn eines ist klar: Beide Seiten können voneinander lernen. Niemand ist auf allen Gebieten unantastbar. Mit Partnern lassen sich Mängel eliminieren und neue Chancen entwickeln. 

Den Erfolg planen

Das gilt auch für die Zusammenarbeit von kleineren Unternehmen. Gerade KMUs mit eingeschränkten Möglichkeiten hinsichtlich Fachkräften und Kapital können mittels Kooperationen neue Produkte und Lösungen entwickeln. Sind mehrere Unternehmen bei einem Projekt an Bord, dann ist meist auch die Frage nach den finanziellen Mitteln rascher geklärt. Einerseits kommen zum Beispiel Start-ups und KMUs durch große Unternehmen leichter an EU-Förderungen. Umgekehrt können große Firmen Projekte, die für KMUs und Start-ups unerschwinglich sind, teilweise sogar über eigene Finanzreserven finanzieren. 

Kooperationsprojekte sind leichter finanzierbar

Aber auch Banken gewähren leichter Kredite, wenn namhafte Unternehmen an Bord sind, oder sich mehrere Firmen das Risiko teilen, bzw. gemeinsam eine stärkere Finanzkraft erzielen. Bevor man allerdings eine Kooperation eingeht, sollte man sich selbst sehr gut kennen und das auch vermitteln können. Das gilt für die Planung auf allen Ebenen und dementsprechend auch für die Finanzplanung. Realistische Planung ist Voraussetzung dafür, dass bei der Finanzierung von Kooperationen ein möglicher Kreditbedarf nicht unterschätzt wird. Bei der Finanzplanung liefern BeraterInnen der klassischen Hausbank wertvolle Informationen. 

Plattformen nutzen

In einem Innovations-Ökosystem tummeln sich zahlreiche namhafte Firmen. Unabhängig von der Unternehmensgröße werden alle im Netzwerk gleichberechtigt behandelt. Über Netzwerke finden Unternehmen generell einfacher zusammen. Der Gedankenaustausch fördert neue Ideen. Viele Start-ups, EPUs und KMUs haben hervorragende Ideen, aber zur Umsetzung fehlt das Potential. Mit den richtigen Partnern lässt sich dieses Problem lösen.

Die Chemie muss stimmen

Die Veränderungen am Markt aber auch die individuellen Stärken der unterschiedlichen Unternehmenstypen sind gute Gründe für die Kooperationen zwischen Start-ups und etablierten Unternehmen. Bei der Beurteilung des Nutzens der Kooperation muss man sich fragen, ob die gesteckten Ziele durch eine Kooperation effizienter erreicht werden. Wichtig ist, dass die Zusammenarbeit wirtschaftlich sinnvoll ist. Etwa, wenn dadurch Kompetenzen ins Unternehmen geholt werden können, an denen es intern mangelt. Entscheidend ist zudem, dass alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Branchen, Struktur und Herangehensweise können völlig unterschiedlich sein. Oft ist das Resultat der Zusammenarbeit effizienter, wenn die Kooperationspartner aus völlig anderen Branchen und Richtungen kommen. Gegensätze ziehen einander an. Das gilt aber nicht für die Firmenphilosophie. Wenn Unternehmen grundsätzlich andere Werte schätzen, kann sich das negativ auf die Zusammenarbeit auswirken. 

Wo stehe ich wirklich?

Auch bei den Größenunterschieden gilt es die Stärke der eigenen Position auszuloten. Ist das Kräfteverhältnis für eine nachhaltige Umsetzung sehr unausgewogen, leidet darunter in der Regel der “Schwächere” der Kooperationspartner. “Gier” ist auch ein schlechter Ratgeber. Nur, weil man sich aus der Zusammenarbeit wirtschaftlichen Erfolg oder schnelleres Wachstum verspricht, sollte man sich nicht “verbiegen” und Werte über Bord werfen. Vertrauen, eine offene Kommunikation und Unternehmenskultur spielen eine wichtige Rolle. Kooperationen können auch nach hinten losgehen. Für etablierte Unternehmen besteht z. B. die Gefahr, Zeit und Ressourcen verschwendet zu haben, wenn der gewünschte Erfolg ausbleibt. Umgekehrt kann ein Scheitern der Kooperation für ein Start-up das Karriereende bedeuten. 

Zusammenarbeit 

Das Kräfteverhältnis hat meist eine bessere Ausgangssituation, wenn EPUs, KMUs und Start-ups miteinander kooperieren. Gemeinsam können sie Großes bewerkstelligen. Trotzdem gilt es Mentalitätsunterschiede zu beachten. Klassische KMUs, häufig Familienunternehmen, zeichnen sich durch lange Tradition und Werte aus. Je erfahrener ein Unternehmen ist, desto mehr sind auch die Strukturen eingefahren. Man hat sich einen Namen gemacht und möchte die Marke und das Image pflegen. Start-ups hingegen sind sehr dynamisch und experimentierfreudig. Sie scheuen nicht vor Fehlversuchen. Scheitern gehört häufig zum Konzept. Da prallen dann doch unterschiedliche Eigenschaften aufeinander, die abgeklärt werden müssen. Das verlangt Einfühlungsvermögen, aber vor allem fundierte Informationen bei den verhandelnden Parteien. Auch hierbei profitieren UnternehmerInnen vom Erfahrungsschatz der Volksbank-ExpertInnen

Große Potentiale bei zukünftigen Herausforderungen

Ein Vorteil für Kooperationspartner ist, dass man durch die Zusammenarbeit neue Zielgruppen ansprechen kann. Man fischt im Teich des jeweils anderen Partners, ohne sich Kunden wegzunehmen. Aber darüber hinaus lassen sich auch völlig neue Märkte und Zielgruppen erschließen. Start-ups sind meist auf dem Gebiet “Neue Technologien” sehr stark unterwegs. KMUs ermöglichen mit ihrer Erfahrung, oft auch durch die Marke und Bekanntheit, die Umsetzung neuer Ideen. Durch die Zusammenarbeit von KMUs und Start-ups können nicht nur neue Produkte und Dienstleistungen, sondern ganze neue Geschäftsfelder und -modelle entstehen. Und damit auch neue Kunden. Die Zusammenarbeit öffnet neue Perspektiven und steigert die Wettbewerbsfähigkeit der kooperierenden Partner.

Zusammenarbeit mit den Großen

Häufig suchen Start-ups, EPUs und KMUs aber den Draht zu großen Unternehmen. Die Vorteile liegen auf der Hand. Mithilfe des großen Partners lassen sich Ideen viel einfacher in die Realität umsetzen. Den “Kleinen” fehlt es oft an fachübergreifenden Kompetenzen, die in Konzernen gegeben sind. Als Start-up oder KMU gibt man dem großen Unternehmen den Ideenimpuls. Im Gegenzug erhält man durch die Zusammenarbeit mit einem Konzern die Chance, an richtig großen Projekten teilhaben zu können. Nicht selten ergeben sich daraus Fortsetzungen. Besonders bei Trends wie Künstliche Intelligenz (KI), Internet of Things (IoT) oder Industrie 4.0 greifen große Unternehmen aber auch KMUs gerne auf Start-ups zurück.

Win-win Effekte

Die größten Vorteile der Kooperationen von Start-ups, KMUs und Konzernen

– Erschließung neuer Märkte

– Forcierung der Innovationen

– Entwicklung neuer Geschäftsmodelle

– Einbindung neuer Technologien

– Reduktion des Fachkräftemangels

– Reduktion der Arbeitslosigkeit

– Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit 

– Vereinfachte Finanzierung der Projekte

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