Österreichs Kreativwirtschaft

Österreichs Kreativwirtschaft

Kreativität ist eine Erfolgsbedingung für Klein- und Mittelbetriebe. Noch mehr gilt das für Unternehmen der Kreativwirtschaft. Österreichs Kreativwirtschaft ist ein eminent wichtiger Impulsgeber und Innovationsmotor für den gesellschaftlichen, sozialen und ökologischen Wandel.

Kreativwirtschaft: Was ist das? Im Endbericht der „Untersuchung des ökonomischen Potenzials der ‚Creative Industries‘ in Wien“ (2004) ist zu lesen: Die Creative Industries sind eine Zusammenfassung von sehr heterogenen Wirtschaftszweigen, bei denen Kreativität ein wesentlicher Input für die Erstellung der Produkte und Dienstleistungen ist. Die Orientierung der Unternehmen in diesem Bereich ist sehr unterschiedlich: Bei einigen Teilbereichen dominieren klar marktwirtschaftliche Zielsetzungen, andere befinden sich an der Schnittstelle zwischen Kunst und Wirtschaft, mit einem unterschiedlichen Ziel- und Wertsystem für ihre Aktivitäten.

Kreatives Selbstverständnis

Welche Unternehmen heute der Kreativwirtschaft in Österreich zugerechnet werden, ist in der Kreativwirtschaftsstrategie für Österreich festgehalten (2016). Demnach umfasst die österreichische Kreativwirtschaft erwerbsorientierte Unternehmen, die sich mit der Schaffung, Produktion und (medialen) Distribution von kreativen und kulturellen Gütern sowie Dienstleistungen beschäftigen. Nach der aktuellen Definition umfasst sie folgende Bereiche: Architektur, Buch und Verlagswesen, Design, Film und Fotografie, Markt für darstellende Kunst, Musikwirtschaft, Radio und Fernsehen, Software und Games, Werbung.

Programme und Spiele

Mit einem Drittel (€ 8 Milliarden) hat die Sparte Software und Games den größten Anteil am Gesamtumsatz. Mit rund 20 Prozent (€ 5 Milliarden) folgen Werbebranche und Buch und Verlage (16 Prozent). Der kleinste Bereich ist mit 80 Unternehmen Radio und Fernsehen, der größte mit über 10.000 Unternehmen ist die Werbung. Insgesamt lassen sich rund 11 Prozent aller Unternehmen in Österreich dem Sektor Kreativwirtschaft zurechnen.Diese rund 45.500 Unternehmen erwirtschaften einen Jahresumsatz von rund € 24 Milliarden. Das entspricht fast 4 Prozent der gesamten österreichischen Wirtschaftsleistung.

Theorien vs. Pragmatik

Kreativität ist neben Kapital und Arbeit gewissermaßen ein dritter Weg Werte zu schaffen. Der Ursprung der Kreativwirtschaft (creative industries) liegt in Großbritannien. 1998 wurde unter der Regierung von Tony Blair im sogenannten Task Force Mapping Document ein post-industrieller Supersektor, bestehend aus Kunst, Kultur und Softwareindustrie generiert. Anfängliche Skepsis mit der Unternehmer und Kreative einander beäugten wurde in einem Annäherungsprozess überwunden. In einem umfangreichen Diskurs über das Wesen der Kreativwirtschaft scheint heute ein pragmatisches Verständnis vorzuherrschen.

Neue Wege

„Der Wettbewerb von morgen wird auf dem Feld der Kreativität entschieden. Dies gilt für die gesamte Wirtschaft, die mit kreativen Ansätzen neue Wege beschreiten muss. Die aktuelle Situation ist für Österreichs Unternehmerinnen und Unternehmer eine enorme Herausforderung und Chance zugleich. Die Zukunft unserer Wirtschaft wird geprägt sein von neuen Herangehensweisen, frischen crosssektoralen Projekten und einem hohen Maß an Kreativität, was interne und externe Prozesse, Vertriebskanäle und Angebote betrifft,“ sagt Dr. Harald Mahrer, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich (Neunter Österreichischer Kreativwirtschaftsbericht).

Kreative Kooperationen

Gerade im Bereich der KMU sind UnternehmerInnen heute gut beraten, sich um kreative Eigenleistung zu bemühen. Allfällige Schwierigkeiten bei diesem Prozess lassen sich möglicherweise ausräumen, wenn man die Zusammenarbeit mit „ausgewiesen“ Kreativen sucht. In ihrer „Anleitung für Kunden“ schreibt die Kreativwirtschaft Austria (KAT): „Kreativunternehmen sind Vorreiter von Open-Innovation-Methoden und unterstützen andere Unternehmen dabei, ihre Ideen umzusetzen. Kreative bringen aber nicht nur Kreativleistungen, sondern auch neue Methoden des Projektmanagements und neue Zugänge zum Workflow in die Unternehmen ihrer Kundinnen und Kunden ein. Sie verfügen meist über ein großes Netzwerk an kreativen Partnerinnen und Partnern, mit denen sie gerne und gut zusammenarbeiten. Damit greift der oder die Auftraggebende automatisch auf ein ganzes Netzwerk an Expertinnen und Experten zurück.“

Vernetzen bedeutet Informationsgewinn

Versuchen Sie nicht Fragen im Alleingang zu bewältigen, wenn das unnötig viel Zeit und Energie verschlingt. Fragen wie: „Wofür brauche ich ein Kreativunternehmen“ und „Wie finde ich das richtige Kreativunternehmen“, werden in dieser Anleitung ebenso erörtert wie „Woher weiß das Kreativunternehmen, was ich brauche?“ KAT bietet auch Informationen über Rechte am kreativen Werk und die Kosten der Kooperationen. 

Förderungen für Österreichs Kreativwirtschaft

Österreichs Kreativwirtschaft verfügt über eine starke Hebelwirkung für die gesamte Volkswirtschaft. Sie ist über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg mit anderen Branchen intensiv verflochten. Kreativschaffende, oft Soloselbständige und Mikrounternehmen mit hybriden Geschäftsmodellen, bewegen sich oft im Spannungsfeld zwischen Wirtschaft, Innovation und Kreativität. Die Umsetzung von Ideen ist abhängig von den Möglichkeiten diese zu finanzieren. Neben spezifisch auf die Kreativwirtschaft oder einzelne ihrer Branchen zugeschnittenen Förderungen lohnt es sich daher, auch Wirtschafts-, Innovations- oder Kultur- und Kunstförderungen für die Finanzierung eines Vorhabens in Betracht zu ziehen. Förderungen können von Bundes-, Landes-,  Gemeinde- und EU-Ebene kommen.

Auf dem Sektor der Unternehmensfinanzierungen unterstützt auch die Volksbank Kreativschaffende, nicht nur finanziell, sondern auch mit Ideen. Dass Innovative KMU Krisenzeiten besser überstehen, liegt auf der Hand – doch wie kommen diese Unternehmen auf innovative Ideen? Kreativitätstechniken können bei der Ideenfindung helfen. 

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