Steuertipps für Selbstständige: Das 1×1 des Absetzens

Steuertipps für Selbstständige: Das 1×1 des Absetzens

Firmenauto, Reisekosten, Arbeitszimmer, Laptop, Internet, Fortbildungskosten: Der Start ins Selbstständigen-Leben in Österreich ist teuer genug. Daher haben wir in unserem 1×1 des Absetzens die wichtigsten Posten vereint, damit Sie genau dort bares Geld sparen können, wo Sie es am meisten brauchen.

Starten wir mit der Definition von Abzugsposten: Laut Gesetzt handelt es sich dann um einen von der Steuer absetzbaren Posten, wenn die Ausgaben mit einer betrieblichen Tätigkeit in Zusammenhang stehen, diese dem Betrieb dienen bzw. den Unternehmer und seinen Betrieb unfreiwillig treffen und sie gleichzeitig nicht unter ein Abzugsverbot (z.B. privat veranlasste Ausgaben) fallen. Soweit so gut. Dass diese Definition allerdings sehr breit gefasst ist liegt daran, dass sogenannte „notwendige Betriebsausgaben“ von Branche zu Branche unterschiedlich sind. Aus diesem Grund sind einwandfreie Belege auch so wichtig!

Wo also können Sie sich Geld vom Fiskus zurückholen?

 

Firmenwagen

Wenn Sie Ihren Firmenwagen absetzen möchten, legt das Gesetz eine 8-jährige Nutzungsdauer fest (Pkw). Außerdem werden die Anschaffungskosten quasi pauschal mit 40.000 € bemessen – alles, was Sie darüber ausgeben, gilt als Privatausgabe und kann nicht abgesetzt werden. Eine ähnliche Rechnung gilt für geleaste Autos. Zusätzlich können Sie Posten wie Treibstoff, Reparatur, Versicherung, etc. geltend machen, wenn mehr als 50% der jährlichen Kilometerleistung für betriebliche Zwecke zurückgelegt werden. Auf der Seite des Bundesministeriums für Finanzen können Sie alles im Detail nachlesen.

 

Fahrt- & Reisekosten

Sie reisen öfter von A nach B, um Ihrem Beruf nachgehen zu können? Dann ist es gut zu wissen, dass auch diese Dienstreisen unter gewissen Voraussetzungen von der Steuer absetzbar sind. Um eine solche Reise handelt es sich, wenn der Zielort mehr als 25km von der Betriebsstätte entfernt liegt und diese Reise der Berufsausübung dient. Sowohl Fahrt- als auch Übernachtungskosten sowie Verpflegungsmehraufwand und sogenannte Nebenspesen können geltend gemacht werden.

 

Arbeitszimmer

Sie arbeiten von Zuhause aus? Prima! Auch dieses Homeoffice dürfen Sie von der Steuer absetzen. Wichtig dabei ist nur, dass Sie belegen können, dass diese Räumlichkeit den Mittelpunkt Ihrer Tätigkeit darstellt (mind. 50% der Zeit) und dass das genutzte Zimmer klar von privaten Bereichen getrennt ist.

 

Arbeitsmittel

Als Arbeitsmittel gilt so ziemlich alles, was Sie überwiegend (!) zur Ausübung Ihres Berufes benötigen. Egal ob Laptop oder Musikinstrument – hat es unter 400 € gekostet, kann das Arbeitsmittel zur Gänze im gleichen Kalenderjahr abgesetzt werden. Übersteigt der Preis Ihres Arbeitsmittels diese Grenze, gilt ein ähnliches Prinzip wie beim Firmenwagen, das heißt Sie können die Kosten über die voraussichtliche Nutzungsdauer absetzen. Immerhin!

 

Fortbildungskosten

Ja, auch Fortbildungen werden steuerlich belohnt! Alles, was im Zusammenhang mit einer Verbesserung Ihrer bestehenden Kenntnisse steht, zählt als Fortbildung und ist im Sinne der Werbungskosten absetzbar. Also ruhig hin und wieder über den Tellerrand schauen und spannende Konferenzen besuchen!

 

Unser Tipp: Website

Ja, auch Ihre Website ist von der Steuer absetzbar! Immerhin ist sie ebenso eine betriebliche Ausgabe, wie alle anderen auch. Und gerade in der heutigen Zeit, wo ein gepflegter Online-Auftritt fast schon unabdingbar ist, kann die Erstellung und Wartung einer Website ganz schön teuer werden. Umso besser, dass man sich auch einen Teil dieser Kosten zurückholen kann!

Fazit

Die ersten Schritte in Richtung Selbstständigkeit können in finanzieller Hinsicht abschreckend sein. Daher lohnt sich ein solides Wissen rund um die wichtigsten Abzugsposten.

 

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Obwohl aus Gründen der Lesbarkeit im Text die männliche Form gewählt wurde, beziehen sich die Angaben – falls nicht ausdrücklich anders erwähnt – auf Angehörige beider Geschlechter.

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