Den Traum vom Freelancer-Life leben? Das sind die Pros und Cons!

Den Traum vom Freelancer-Life leben? Das sind die Pros und Cons!

Sein eigener Chef sein, Urlaub, wann und wo man will, freie Zeiteinteilung, nur richtig spannende Aufträge annehmen, viel Gewinn: So ungefähr träumt sich jeder den Traum vom Selbstständig-Sein. Wie der Gründungstrend beweist, erfüllen sich auch mehr und mehr Österreicher diesen Traum: Im Vorjahr gab es lt. Mikrozensus (Statistik Austria) mehr als 473.000 selbstständig Erwerbstätige, was im Vergleich zum Jahr 2015 einen leichten Anstieg bedeutet.

 

Vorstellung vs. Realität

Aber wie sieht es in der Praxis tatsächlich aus? Gleichen die groß-geträumten Vorteile die bestehenden Nachteile aus? Gehen wir der Sache auf den Grund:
Die Komplexität der Thematik zeigt sich bereits vor der eigentlichen Unternehmensgründung, denn: Definiert mich meine selbständige Tätigkeit nun als Freiberufler oder als Neuen Selbstständigen? Brauche ich für meine Tätigkeit überhaupt einen Gewerbeschein? Häufig werden die Begriffe „Unternehmer“ und „Selbständiger“ auch synonym verwendet, was zusätzlich Verwirrung stiftet. Wichtig: In Wahrheit sucht man sich nicht aus, ob man nun ein Neuer Selbstständiger oder ein Freiberufler sein möchte, sondern die ausgeübte Tätigkeit bestimmt, welcher Sparte man zugeordnet wird.

 

Die Pros und Cons

Wenden wir uns nun dem eigentlichen Thema zu, den Vor- und Nachteilen. Große Pluspunkte am Selbstständigen-Dasein sind definitiv:

  • hohe Flexibilität
  • eigene Gewinn- und Preisgestaltung
  • freie Zeiteinteilung und Entscheidungsfreiheit
  • „der eigene Chef“ sein

Genau hier beginnt allerdings auch schon die Liste der Nachteile, denn erst bei genauerem Hinsehen erkennt man, was es wirklich bedeutet, sein eigener Chef zu sein:

  • kein fixes Monatsgehalt
  • kein bequemes automatisches Abführen der Steuern und Versicherungen
  • Haftungsrisiko
  • wenig berufliche Sicherheit und Kontinuität
  • oftmals hohe Kosten bei der Neugründung

Daher gilt es sich vor der Gründung die Frage zu stellen, ob man dieser Herausforderung sowohl in finanzieller als auch in persönlicher Hinsicht gewachsen ist. Das Wagnis lohnt sich erst, wenn man sich auch wirklich sicher ist und die Selbstständigkeit aus den richtigen Gründen in Angriff nimmt. Dinge wie Zeitmanagement, Buchhaltung und Führungspotential – selbst, wenn Sie nur ein EPU sind – werden oft vernachlässigt, entscheiden aber maßgeblich über Erfolg oder Misserfolg.

 

Fazit

Selbstständig zu sein kann eine erfolgreiche und erfüllende Tätigkeit sein, stellt aber ebenso eine große Herausforderung dar und setzt ein gutes Selbst-Management voraus. Zudem stellt sich heutzutage die berechtigte Frage: Welcher Job ist eigentlich noch sicher? Eine gut funktionierende selbstständige Tätigkeit kann in dieser Hinsicht erfüllender und sicherer sein, als der bisherige Angestelltenjob.

Unser Tipp: Slow Start

Falls Sie planen erst einmal nebenberuflich selbständig zu werden, empfiehlt es sich jetzt – wo ein regelmäßiges Einkommen vom Angestelltenjob noch garantiert ist – erste Erfahrungen mit Themen wie z.B. Steuern, Sozialversicherung und Rechnungslegung als Learnings für die spätere hauptberufliche Selbstständigkeit zu sehen. Nutzen Sie auf jeden Fall das Ihnen zur Verfügung stehende Informationsangebot online oder direkt bei den Beratungsstellen der WKO!
Und was Finanzierung und Förderungen betrifft, sind wir gerne Ihr starker Partner.

 

Exkurs

Für einen Gutteil der unternehmerischen Tätigkeit in Österreich ist ein Gewerbeschein unabdingbar. Alle Berufe, die nicht ausdrücklich von der Gewerbeordnung ausgenommen sind, wie beispielsweise Ärzte, Apotheker, Land- und Forstwirte, Notare oder Rechtsanwälte, benötigen einen Gewerbeschein. Die Bezeichnung „freies Gewerbe“ bedeutet nicht, dass kein Gewerbeschein erforderlich ist, sondern dass nur „allgemeine Voraussetzungen“ erfüllt werden müssen, um einen solchen Gewerbeschein zu erlangen.
Neue Selbstständige wiederum sind Selbstständige, die nicht durch das Gewerberecht geregelt sind, aber auch nicht als Freier Beruf gelten. Dazu zählen beispielsweise Vortragende, freischaffende Journalisten, selbstständige Psychologen, Kunstschaffende oder Schriftsteller.

 

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Obwohl aus Gründen der Lesbarkeit im Text die männliche Form gewählt wurde, beziehen sich die Angaben – falls nicht ausdrücklich anders erwähnt – auf Angehörige beider Geschlechter.

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