Blogstart Unternehmer-Alltag Wovor sich Familienunternehmen fürchten

Wovor sich Familienunternehmen fürchten

von hkremer
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Angst vor Vertrauensverlust: Etwa die Hälfte der Familienunternehmen in der DACH-Region glaubt, dass Mitarbeiter und Kunden ihnen nicht vertrauen. Trübe Wachstumsprognose: Zwar sind rund drei Viertel der DACH-Familienunternehmen 2022 gewachsen, die Prognose für 2023 fällt allerdings deutlich pessimistischer aus. Fast zwei Drittel der Familienunternehmen möchten ihre digitale Kompetenzen ausbauen.

Familienunternehmen in der DACH-Region fürchten einen Vertrauensverlust – ausgerechnet bei den zwei Stakeholder-Gruppen, von deren Vertrauen sie am stärksten abhängig sind. Lediglich etwa die Hälfte der befragten Familienunternehmen ist sich sicher, dass sie das Vertrauen von Mitarbeitenden (49%) sowie Konsument:innen (54%) besitzen. Die befragten Unternehmen haben die Kundenzufriedenheit und die Gewinnung sowie Bindung von Talenten zu ihren Top-Zielen erklärt – noch vor der langfristigen Wertgenerierung für Gesellschafter oder der kurzfristigen Gewinnmaximierung. Für die PwC-Studie wurden über 2.000 Familienunternehmen aus 82 Ländern befragt, darunter 172 aus dem DACH-Raum.

Familienunternehmen messen wichtigen Zukunftsthemen wie ESG zu wenig Bedeutung bei

Gerade bei wichtigen Zukunftsthemen haben Familienunternehmen in der DACH-Region Nachholbedarf. Insbesondere die Schwerpunkte Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung gewinnen unter den Stakeholdern – vor allem unter den jüngeren Konsument:innen und Mitarbeiter:innen – an Bedeutung, haben in den Unternehmen aber noch nicht die nötige Priorität erlangt. Das Thema ESG (Environmental, Social, and Governance) haben lediglich sechs Prozent der Unternehmen im deutschsprachigen Raum zur Top-Priorität erklärt, während es weltweit immerhin zehn Prozent sind. Dazu passt auch, dass nur 14% der Befragten im DACH-Raum über eine klare ESG-Strategie verfügen. Dieses Ergebnis ist allerdings umso überraschender. Zwei Drittel (66%) der DACH-Familienunternehmen sind davon überzeugt, dass sie bei ESG-Themen grundsätzlich eine Vorreiterrolle einnehmen können.

Imageproblem: Familienunternehmen müssen stärker Stellung beziehen

Um das Vertrauen ihrer Kund:innen und Mitarbeitenden zu stärken, sollten sich Familienunternehmen mehr auf Zukunftsthemen wie Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung konzentrieren und ihre Aktivitäten offensiver nach außen kommunizieren. Auch bei wichtigen gesellschaftlichen Themen sind die Unternehmen zu zurückhaltend: Lediglich 15% beziehen öffentlich Stellung.

Drei Viertel verzeichnen ein Wachstum für 2022 – Zukunftsausblick fällt pessimistisch aus

Aus wirtschaftlicher Sicht blicken die befragten Familienunternehmen aus der DACH-Region durchaus zufrieden auf das vergangene Geschäftsjahr: Mehr als drei Viertel (77%) können ein Wachstum verzeichnen – davon 39% sogar im zweistelligen Bereich – und liegen damit über dem globalen Schnitt (71%). Der Blick in die Zukunft fällt allerdings spürbar pessimistischer aus. Für die kommenden zwei Jahre rechnen nur noch zwei Drittel (66%) der Familienunternehmen mit einem Wachstum und 33% mit einer Konsolidierung.

Digitalisierung: Familienunternehmen hinken noch hinterher

Um ihre Aussichten zu verbessern, setzen die DACH-Unternehmen in erster Linie auf den Ausbau ihrer digitalen Fähigkeiten – das geben fast zwei Drittel (62 %) von ihnen an. Weltweit hat das nur für 44% der Familienunternehmen höchste Priorität. Denn Familienunternehmen haben noch immer Nachholbedarf in puncto Digitalisierung.

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