Diese Fehler sollten Sie beim Leasing vermeiden

Diese Fehler sollten Sie beim Leasing vermeiden

Leasing bietet nicht nur Vorteile bei Bonität und Liquidität. Um nicht unnötig finanziellen Spielraum zu verschenken, sind einige Details zu beachten.

Im Jahr 1963 wurde das erste österreichische Leasingunternehmen gegründet. Seither hat sich Leasing als Investitionsform vor allem in der Sparte Kraftfahrzeuge und Immobilien etabliert. Die in Österreich verleasten Wirtschaftsgüter haben in Summe einen Wert von 26 Milliarden Euro. Allein im Vorjahr betrug das Geschäftsvolumen beim Leasing 7,9 Milliarden Euro. Unternehmen können dank Leasing auch in schwierigen Zeiten Investitionen tätigen, ohne die liquiden Mittel überzustrapazieren. Insofern hat Covid-19 die Vorteile von Leasing nochmals sehr deutlich gemacht: Die Eigenkapitalquote des Unternehmens bleibt geschont. Leasing ist somit bilanzneutral und schafft eine klare Kalkulationsgrundlage mit überschaubaren Raten.

Digitalisierung verleiht Leasing Schwung

Die ursprüngliche Leasing-Leitidee „Nutzen statt Eigentum“ hat in Zeiten der Sharing Economy einen neuen Schub erhalten. Die zunehmende Digitalisierung der Wirtschaft könnte dem Potenzial von Leasing zusätzlich Schwung verleihen. So eignet sich das Finanzierungsinstrument für KMU, die sich mit einem raschen technologischen Fortschritt konfrontiert sehen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Bei Verträgen mit kurzen Laufzeiten kann man sich stets die neueste Technik über den Leasingpartner beschaffen (z. B. Automationstechnologie, IT mit kurzen Lebenszyklen). In Deutschland nutzt ein Viertel der KMU Leasing zur Umsetzung ihrer Digitalisierungsprojekte.

Gleichzeitig wird die Digitalisierung aber auch das Leasing verändern. Durch den zunehmenden Einsatz von Sensoren und Telemetrie werden nutzungsbasierte Abrechnungsmodelle wie Pay-per-Use im Leasinggeschäft an Bedeutung gewinnen. Gebrauch und Verschleiß eines Leasingguts können durch die Digitalisierung besser bestimmt werden. Aufgrund der Nutzungsdaten können Leasingraten aber auch an zusätzliche Dienstleistungen besser angepasst werden. Leasing wird somit stärker individualisiert. Wer sich mit dem Gedanken an eine Leasingfinanzierung trägt, sollte jedoch einige Details beachten und folgende grundlegende Fehler vermeiden:

Sich von der tiefsten Leasingrate blenden lassen

Erst eine Vollkostenrechnung, in die auch Bearbeitungs- und Abschlussgebühren, die Summe aller Leasingraten sowie der Restwert nach Ablauf der Vertragsdauer einbezogen werden, erlaubt einen aussagekräftigen Vergleich verschiedener Leasingangebote. Manchmal sind Paketleistungen mit Services wie Reparatur oder Versicherung möglich. Eine wichtige Größe beim Leasing ist jedenfalls der Effektivzins. Er beschreibt die tatsächliche Zinsbelastung, die zusätzlich zum Anschaffungswert getragen werden muss.

Das Ende des Leasingvertrags außer Acht lassen

Unternehmen sollten sich bereits im Vorfeld Gedanken über das Ende des Leasingvertrags machen. In einigen Situationen könnte es zu Nachforderungen kommen. 

  • Der Leasingnehmer sollte sich von Anfang an im Klaren sein, dass der Leasinggegenstand nicht in seinem Eigentum steht und bei Beendigung des Leasingvertrags an den Leasinggeber zurückzugeben wird. Bei der Rückgabe steht häufig die Frage im Raum: Was ist eine „angemessene“ Abnutzung, was ist eine Beschädigung? Insbesondere bei Beschädigungen ist mit Nachforderungen zu rechnen. 
  • Sollen beim Leasinggegenstand Änderungen vorgenommen werden, etwa konstruktive Eingriffe bei Produktionsanlagen? Der Rückbau kann mitunter kostenintensiv werden. Änderungen sollten frühzeitig mit dem Leasinggeber abgestimmt werden.
  • Welche Kündigungsrechte bestehen, um aus einem laufenden Leasingvertrag wieder herauszukommen? Achten Sie beim Vertrag für das Leasing genau darauf, wie die Konditionen gestaltet sind.

Leasing immer nur mit fixen Raten verbinden

Leasingraten waren lange Zeit ausschließlich linear, sie können sich aber auch an der Nutzung der Objekte und den Cashflows der Unternehmen ausrichten. Wann erwarten Sie welche Umsätze? Saisonale Leasingraten von Pistenfahrzeugen, auf die Erntesaison ausgerichtete Raten in der Landwirtschaft: Es gibt einige Bereiche, in denen sich individuelle Ratenmodelle auszahlen. 

Den langfristigen Blick aufs Ganze verlieren

Wie sieht der Investitionsbedarf der nächsten 12 bis 15 Monate aus? Ein gesamtheitlicher Investitionsplan, der laufend adaptiert wird, gewährleistet eine Gesamtübersicht. Darin sollten alle fest geplanten sowie auch weitere potenziell notwendige Anschaffungen enthalten sein. Größere Maschinen werden selten vergessen, neue Server, Software oder der dazugehörende Service dagegen schon.

Auf Beratung verzichten

Achten Sie auf einen gesunden Finanzierungsmix: Welche Objekte eignen sich für Leasing? Lassen sich mit einem Rahmenvertrag, in dem sämtliche Leasingobjekte enthalten sind, die Kosten oder der administrative Aufwand optimieren? Was soll mit einem Kredit oder mit eigenen Mitteln finanziert werden? Ziehen Sie bei Finanzierungsentscheidungen die Expertinnen und Experten Ihrer Hausbank zu Rate, die bei der Berechnung bezüglich Rentabilität und bei rechtlichen Fragen Unterstützung bieten.


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