Homeoffice wird als Bereicherung empfunden

Homeoffice wird als Bereicherung empfunden

Die Ergebnisse der Unternehmer-Blog-Umfrage zum Thema Homeoffice liegen vor. Rund 1.200 Rückmeldungen liefern interessante und teils überraschende Ergebnisse. Wie Homeoffice von Unternehmerinnen und Unternehmern wahrgenommen wurde und wird und welche Auswirkungen die Einführung hatte.

Mittels sieben Fragen wollten wir einen Überblick gewinnen, wie Unternehmerinnen und Unternehmer die Arbeitsabläufe in Zeiten der Pandemie strukturiert, umorganisiert und gelöst haben. Dabei zeigte sich, dass rund zwei Drittel der befragten Unternehmen mittels Homeoffice die persönliche Anwesenheit in allen Bereichen (23 %) oder zumindest weitgehend (42 %) ersetzen konnte. Lediglich acht Prozent der Befragten gaben an, dass aufgrund der Branche oder der Abläufe Homeoffice gar nicht möglich ist. Dies zeigt, dass unsere Leserinnen und Leser offenbar wesentlich häufiger in Hightech-affinen Branchen tätig sind, wo ein Remote Working wesentlich besser umsetzbar ist. Dem gegenüber erhob die Statistik Österreich im März und Oktober 2020, dass lediglich rund 20 Prozent der Beschäftigten im Homeoffice tätig waren*. Das spiegelt sich auch in der Beantwortung der nächsten Frage nach dem tatsächlichen Einsatz wider: 90 Prozent der Befragten gaben an, dass sie Homeoffice vollständig oder überwiegend umsetzen. Da kann man schon von einem Remote-Working-Boom sprechen.

Über 80 Prozent verbrachten einen Großteil der Arbeitszeit im Homeoffice

Wenn schon Homeoffice, dann richtig. Das scheint der Tenor unserer Umfrage zu sein. Bei 57 Prozent der befragten Unternehmerinnen und Unternehmer konnte die Belegschaft fünf Tage die Woche zu Hause arbeiten, also die gesamte Arbeitswoche. Weitere 25 Prozent ermöglichten dies zumindest drei bis vier Tage, also bei einem oder zwei Bürotagen. Hier ist natürlich die generelle Unternehmensstruktur ausschlaggebend, doch lässt sich daraus schließen, dass viele Unternehmen nicht ganz auf persönliche Meetings, Postbearbeitung und einzelne Software-Anwendungen im Büro verzichten können oder wollen.

Dass dennoch über die Hälfte der Befragten vollständig auf Remote Working umstellen konnten, zeigt erneut die erfreuliche Technologie-Affinität und die enorme Flexibilität unserer Leserinnen und Leser. Denn nur mit einer Digitalisierung überall dort, wo sie die Produktivität erhöht und neue Märkte eröffnet, werden möglichst viele Unternehmen gestärkt aus dieser Krise hervorgehen. Dafür bedarf es neben einer optimalen Strategie auch der passenden Infrastruktur und der technischen Ausstattung. Diese ermöglicht auch einen effizienten Einsatz von Homeoffice.

Homeoffice-Infrastruktur für fast 80 Prozent kein Problem

Womit wir bei der nächsten Frage wären: 41 Prozent der befragten Unternehmen verfügten bereits vor Corona über die notwendige Infrastruktur wie Laptops, Handys und Co und stellten diese zur Verfügung. Weitere 38 Prozent konnten diese kurzfristig für Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anschaffen. Lediglich bei 19 Prozent der Unternehmen griffen die Beschäftigten auf ihre eigenen Geräte zurück. Schließlich waren zwei Prozent der Befragten EPU, für diese änderte sich in Sachen IT-Infrastruktur durch Corona wenig.     

Für 67 Prozent ist Homeoffice gekommen, um zu bleiben

Jetzt, da der Ausnahmezustand der Pandemie langsam und hoffentlich endgültig zu Ende geht, stellt sich natürlich die Frage, welche organisatorischen Änderungen von Dauer sein werden. Wäre es nicht auch schade um die gewonnenen Erkenntnisse, die angeschaffte Infrastruktur und die teilweise liebgewonnenen Gewohnheiten? Einfach so zurück zum Vorherigen ist aber ohnedies für die Mehrheit der von uns Befragten nicht vorstellbar. Gute zwei Drittel der Unternehmen haben bereits Regelungen für zumindest teilweises Homeoffice auf dauerhafter Basis in Kraft oder arbeiten daran. Somit wird ein guter Teil der Mitarbeitenden nicht vollständig ins Büro zurückkehren und für wenigstens einige Tage von zu Hause aus arbeiten.

Und das hat auch gute Gründe: Befragt danach, ob man eine Änderung der Produktivität durch Homeoffice bemerkt habe, antworteten 47 Prozent der Befragten mit Nein. Für knapp die Hälfte der Unternehmen stellt die Umstellung also schon mal keine Verschlechterung dar. Doch wie sieht es mit der anderen Hälfte aus?  Nun, in der letzten Frage wollten wir wissen, wie sich die Produktivität der Mitarbeitenden verändert hat – mit einem überraschenden Ergebnis. Sechs Prozent der Unternehmen orten eine starke Steigerung der Produktivität, weitere 39 Prozent immerhin eine Steigerung in einem messbaren Ausmaß. Lediglich rund elf Prozent finden, sie sei gesunken.

In 45 Prozent der Unternehmen stieg die Produktivität

Doch was bedeuten diese Ergebnisse für die Zukunft der Arbeit in den befragten Unternehmen? Immerhin gibt es auch zahlreiche kritische Stimmen zu diesem Thema, die mangelnde Work-Life-Balance, Verschwimmen von Arbeit und Freizeit, ständige Erreichbarkeit und Doppelbelastung durch Familie und Arbeit im Homeoffice bemängeln. Diese Faktoren können natürlich die Produktivität und Zufriedenheit mittelfristig ebenfalls beeinflussen. Dies vor allem dann, wenn das Homeoffice von der Notlösung zur permanenten Arbeitsform wird. Doch die Digitalisierung, neue Formen des Arbeitens und das dafür notwendige Vertrauen zwischen Arbeitgebern und Mitarbeitenden haben in den vergangenen 16 Monaten einen Riesen-Sprung gemacht. Somit dürfen wir optimistisch sein, dass auch für Herausforderungen Lösungen gefunden werden. Denn eines scheint sicher, unterstützt durch die Ergebnisse unserer Umfrage: Homeoffice ist definitiv gekommen, um in der einen oder anderen Form zu bleiben – jetzt geht es nur noch darum, es zu perfektionieren.

*Arbeitssituation: Homeoffice seit Beginn der Corona-Pandemie; Teil 2 (COVID-19 Prävalenzstudie: November 2020) – Statistik Austria

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