Cashflow Killer für Unternehmer

Cashflow Killer für Unternehmer

Diese Tipps für Cashflow sollten Sie als Unternehmer beachten, um dem Geldfluss keine Steine in den Weg zu legen

Was bedeutet Cashflow?

Der Anglizismus Cashflow (zu Deutsch: Geldfluss) bezeichnet in der Wirtschaft die Differenz der Einzahlungen und Auszahlungen eines Unternehmens, über einen gewissen Zeitraum. Auf Basis der resultierenden Kennzahl können Aussagen zur finanziellen Lage des Betriebs gemacht werden. Als Betrachtungszeitraum wird in der Eurozone üblicherweise ein Geschäftsjahr gewählt.

Unter anderem wird der Geldfluss zur internen Liquiditäts– & Finanzierungsplanung verwendet. Auch die externe Unternehmensbewertung baut auf den Ergebnissen einer Cashflow-Prognose auf. Damit zählt der Cashflow zu den aussagekräftigsten Kennzahlen eines operativen Unternehmens und ist unerlässlich für eine Bandbreite an wirtschaftlichen Entscheidungen.

Was ist positiver Cashflow und warum ist er wichtig?

Wie oben beschrieben, berechnet sich der Cashflow aus der Differenz der Ein- & Auszahlungen eines Unternehmens. Fällt das Ergebnis positiv aus, spricht man von einem positiven Cashflow. Umgekehrt ergibt eine negative Differenz einen negativen Cashflow.

Ein positiver Geldfluss bedeutet also, dass dem Betrieb kontinuierlich liquide Mittel zufließen, insofern sich das operative Geschäft im Betrachtungszeitraum nicht ändert. Dadurch ist die Firma etwa in der Lage, Investitionen zu tätigen, Schulden zu tilgen und Dividenden auszuzahlen.

Ein anhaltend positiver Cashflow dient auch als Indikator für die
Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens und ist somit enorm wichtig!

Wenn mehr liquide Mittel über eine betrachtete Periode abfließen als zufließen, spricht man dagegen von einem negativen Cashflow. Der Betrieb verliert Kapital und generiert dabei keinen Gewinn. Die Cash-Burn-Rate (zu Deutsch: Geldverbrennungsrate) gibt dabei die Geschwindigkeit an, mit der die Überschuldung angesteuert wird. Ein anhaltend negativer Cashflow führt letztlich zur Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens – ein Ergebnis, das unter allen Umständen zu vermeiden ist!

Cashflow Killer

Das langfristige Ziel eines jeden Unternehmens ist es nun klarerweise, den Geldfluss zu maximieren. Leider klingt dies in vielen Fällen einfacher, als es ist.

Im Wirtschaftsleben gibt es eine Vielzahl an Faktoren und Umständen, die den Geldfluss und damit auch den Gewinn nach und nach eindämmen können. Die häufigsten dieser sogenannten Cashflow Killer finden Sie nachfolgend aufgelistet.

Besonders Gründer und Geschäftsführer von KMUs sollten an dieser Stelle aufpassen, denn vor allem kleinere Unternehmer fallen diesen Cashflow Killern häufig zum Opfer. Und das Thema ist mehr als ernst zu nehmen, denn unternimmt man nichts rechtzeitig dagegen, droht der Firma auf lange Sicht die Zahlungsunfähigkeit. Behaltet man nachfolgende Punkte jedoch im Auge, kann man den Grundstein für einen gesunden Cashflow legen!

  • #1: Unsaubere Buchführung

    Viele Unternehmer aus dem KMU Bereich nehmen selbst die Rolle des Buchhalters ein, um Kosten zu minimieren. Allerdings ist das häufig die falsche Kostenstelle, bei der man Sparmaßnahmen treffen sollte. Ein qualifizierter Buchhalter ist essenziell, wenn es darum geht, den Überblick über die finanzielle Situation des Unternehmens zu bewahren. Unter anderem stellt er auch sicher, dass der Betrieb gesetzeskonform wirtschaftet. Zumindest einmal im Jahr ist es also ratsam, sich professionelle Beratung zur Hilfe zu holen, um sicherzustellen, dass alles in Ordnung ist.

    Für KMUs mit Einnahmen/Ausgabenrechnung können wir diesbezüglich unseren Kooperationspartner FreeFinance wärmstens empfehlen. Dieser Dienst hilft dabei, den Überblick nicht zu verlieren und die Kontrolle über diesen Bereich zu behalten. Für Volksbank Kunden steht dieser Dienst zudem zu Sonderkonditionen zur Verfügung. Mehr dazu finden Sie hier.

  • #2: Mangelnde Cashflow-Prognosen

    Eine sachgerechte Prognose zeigt potenzielle, zukünftige Liquiditätsengpässe auf, die ein Unternehmen ins Stocken bringen können, aber auch Opportunitäten, um die Generierung des Gewinns zu steigern. Hat man die Engpässe im Vorhinein identifiziert, bleibt mehr Zeit, um ihnen entgegenzusteuern. Auf keinen Fall sollte auf regelmäßige Cashflow-Prognosen verzichtet werden. In der Regel wird die Prognose monatlich erstellt und blickt 3-6 Monate in die Zukunft. Tools wie „Commitly“ oder „Cashflowtool“ führen auf einfache Weise zu schnellen Ergebnissen, die anschließend in wirtschaftlichen Erfolg übersetzt werden können.

  • #3: Offene Rechnungen

    Mitunter einer der häufigsten Gründe, die den Geldfluss eines operativen Unternehmens beeinträchtigen, sind offene Rechnungen bei bereits erbrachten Leistungen. Oft werden Rechnungen nicht zeitgerecht ausgesandt oder die Art der Bezahlung erweist sich als ungünstig für den Kunden. In vielen Fällen wird die Rechnung dann aufgeschoben und gerät in Vergessenheit. Ein absoluter Cashflow Killer.

  • #4: Kredit zu spät anfordern

    Falls das Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten gerät, ist es meistens schon zu spät, um einen Kredit anzufordern. KMUs, die nach einer größeren Auftragserteilung einen Kredit in entsprechender Höhe beantragen (Tipp!), können diesen dazu benutzen, um die anfallenden Kosten bis zur Rechnungsbegleichung abzudecken. Der größte Vorteil dabei ist die gewonnene finanzielle Flexibilität. Ein Darlehen wird üblicherweise über eine Hypothek abgesichert, was zum Vorteil hat, dass die Zinsen darauf geringer sind als bei einer Überziehung des Kontos.

  • #5: Mangelndes Supply Chain Management

    Supply Chain Management (SCM) hat zum Ziel, den Fluss von Waren, Informationen, Geld und Personen über die komplette Länge einer Wertschöpfungskette, also vom Lieferanten der Rohstoffe bis hin zum Endkunden zu planen, zu steuern und zu optimieren. Dadurch sollen in erster Linie die Effizienz der operativen Prozesse verbessert, der Kundennutzen erhöht, sowie der Bedarf an Ressourcen optimiert werden. Ein ordentliches SCM entsteht nicht über Nacht, sondern entwickelt sich kontinuierlich. Trotz des Aufwandes und den dabei entstehenden Kosten zählt eine transparente Wertschöpfungskette mitunter zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren eines Unternehmens. Nur wer den Überblick behält, kann erfolgreich planen und steuern.

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