Bargeld ade?!

Bargeld ade?!

Bargeld geht nicht wirklich die Luft aus

Bargeldloses Bezahlen liegt zwar im Trend, aber das Bargeld verschwindet nicht. Gerade in der Corona-Krise kaufen immer mehr Menschen online ein und bezahlen bargeldlos. Selbst im stationären Handel bezahlt man bevorzugt kontaktlos. Die COVID-19-Krise hat das Thema bargeldlose Zukunft nachhaltig beflügelt. „Zahlungsverhalten ist stark durch Gewohnheitsverhalten geprägt. Die Krise hat diese Gewohnheiten teilweise mit Zwang durchbrochen und insbesondere kontaktlosem Bezahlen einen zusätzlichen Schub gegeben“, sagt Guido Schäfer. Er ist Universitätsprofessor am Institut für Analytische Volkswirtschaftslehre der WU Wien; seine Forschungsgebiete sind vor allem der Geld- und Finanzsektor. Aber trotzdem bezweifeln Finanzexperten, dass das Bargeld in absehbarer Zukunft verschwinden wird. „Die Rolle beim Bezahlen im Geschäft wird zwar, ausgehend von einem hohen Niveau, künftig weiter abnehmen. Bargeld erfüllt aber auch andere Funktionen“, sagt Schäfer. „Bereits heute dient etwa deutlich mehr als die Hälfte des in Österreich umlaufenden Bargelds als Wertaufbewahrungsmittel, d.h. als relativ sicheres, hochliquides Investment.“

Gründe für eine Abschaffung

Proponenten der Bargeldabschaffung argumentieren, dass dadurch der geldpolitische Spielraum durch die Möglichkeit der Einhebung von Negativzinsen erweitert wird. Schäfer teilt diese Ansicht nicht. „Da erstens Negativzinsen auch auf andere Weise eingehoben werden könnten und überdies der geldpolitische Spielraum auf andere Arten wesentlich erhöht werden kann.“ Ein anderes Argument der Abschaffungsbefürworter: Schattenwirtschaft und Kriminalität würden dadurch zurückgehen. „Dies ist jedoch eine stark verkürzte Betrachtungsweise der Gründe von Schattenwirtschaft und Kriminalität, welche empirisch nicht Unterstützung findet“, sagt Schäfer.

Nicht für eine Abschaffung, aber für eine Reduktion der Rolle des Bargelds als Zahlungsmittel sprechen Kostenargumente. „Die meisten Kostenstudien kommen zum Schluss, dass sich die Kosten von bargeldlosen Debit-Zahlungen tendenziell günstiger entwickeln als jene von Bargeld, da aufgrund der digitalen Abwicklung die Kosten einer zusätzlichen Zahlung gering sind, wenn die Infrastruktur einmal steht“, so Schäfers Analyse. Bei Bargeld gehen mit einem größeren Zahlungsvolumen die Kosten tendenziell eher nach oben. „Klar ist auch, dass für eine sich zunehmend digitalisierende Wirtschaft leistungsfähige digitale Bezahlsysteme notwendig sind.“

Die Bankomatkarte mit Bonus

Für alle, denen Kleingeld-Geklimper schon immer zuwider ist und die schon seit Langem „alles auf eine Karte setzen“ wollen, hat die Volksbank jetzt eine brandneue, zukunftsträchtige Option: die Debit Mastercard. Neben der bereits obligatorischen Möglichkeit des Kontaktloszahlens hat die Bankomatkarte mit Plus außerdem einige bedeutende, Unabhängigkeit versprechende Vorteile: Es kann überall bezahlt und Bargeld bezogen werden, wo das Mastercard-Logo prangt. Und das sind mehr als doppelt so viele Akzeptanzstellen wie mit einer herkömmlichen Bankomatkarte. Weiteres neues Feature und einmalig ist die Möglichkeit, mit der Debit Mastercard auch ganz bequem und – durch das Mastercard Identity Check Verfahren – ganz sicher online und mobil zu bezahlen. Eine Karte, die alle Funktionen von bisher zwei bis drei Karten in sich vereint – Willkommen im 21. Kartenjahrhundert.

Gründe gegen eine Bargeld-Abschaffung

Bargeld und digitale Zahlungsmittel sind nicht 1:1 austauschbar, denn sie erfüllen teilweise unterschiedliche Funktionen. „Auch entsprechen Barzahlungen zu einem signifikanten Teil den Präferenzen der Bevölkerung. Würde eine Abschaffung von Bargeld erzwungen werden, würde die Erfüllung dieser Funktionen verloren gehen und es würde zu einer Bevormundung der Bevölkerung kommen“, sagt der Volkswirt. Beispiele für solche Funktionen sind etwa die Eigenschaft von Bargeld, als Zahlungsmittel in Krisenzeiten auch relativ unabhängig vom Bankensystem zu funktionieren. Guido Schäfer weist auf das soziale Gefälle im Zahlungsverhalten hin. „Ärmere, weniger Gebildete zahlen eher bar, insofern kämen sie durch eine Abschaffung unter Druck.“

Es geht nicht um die Frage: Abschaffung – ja oder nein

Die Wirtschaft digitalisiert sich, das Zahlungssystem differenziert sich aus. „Da Bargeld und digitale Alternativen nicht 1:1 austauschbar sind, sondern teilweise recht unterschiedliche Funktionen erfüllen, werden sie noch längere Zeit miteinander koexistieren“, so die Meinung von Guido Schäfer. 

Exkurs: Probleme der Bargeldabschaffung

  • Nicht alle Menschen besitzen ein Bankkonto
  • Nicht alle Menschen haben Zugang zu digitalen Bankprodukten
  • Digitales Geld macht den Menschen noch gläserner
  • Vertrauen der Menschen ist derzeit in physisches Geld noch höher als in Kryptowährungen

Probleme des physischen Bargelds

  • Der logistische Aufwand ist groß und nimmt mit der Höhe der Zahlung zu
  • Höherer Sicherheitsaufwand
  • Höhere Energie-, Personal-, Transportkosten

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