Recruiting verlagert sich stärker auf soziale Plattformen

Recruiting verlagert sich stärker auf soziale Plattformen

Recruiting in Zeiten der Digitalisierung: Moderne Personalbeschaffung rekrutiert zunehmend Mitarbeiter mit digitalen Kompetenzen, bedient sich aber auch bei der Werbung um neue Talente verstärkt digitaler Unterstützung.

Nahezu in jeder Branche klagen Unternehmer über den Mangel an Fachkräften, also wird der Kampf um die besten Köpfe am Bewerbermarkt härter. Da lohnt es sich, die wichtigsten Recruiting-Trends zu kennen, um keine Talente zu übersehen.

Jagd auf Multitalente

Nach der Corona-Krise dominieren in vielen Firmen zwar eher die Themen Kurzarbeit und Stellenabbau, dennoch bleibt die Personalbeschaffung ein zentraler Punkt. Denn gerade in Krisenzeiten kommt es auf besonders kompetente Mitarbeiter an, um in herausfordernden Zeiten wettbewerbsfähig zu bleiben. Die digitale Transformation verlangt nach neuen Fähigkeiten: Menschen mit umfangreichen IT-Kompetenzen sind stärker gefragt als je zuvor.

Der Mitarbeiter ist Recruiting-König

Durch die hohe Nachfrage nach Fachkräften bei gleichzeitig beschränktem Angebot kommen Spezialisten in die Lage, dass sie sich ihren Arbeitsplatz aussuchen können. Der Arbeitgeber muss intensiver um die Gunst des Kandidaten werben, denn mit einer kandidatenzentrierten Bewerberansprache demonstriert ein Unternehmen die Wertschätzung der potenziellen Mitarbeiter. Um die besten Talente wirbt man nicht nur mit einer guten Bezahlung. Das gesamte Umfeld muss passen, und das gilt es bei den Bewerbern ins rechte Licht zu rücken. Zum Beispiel, indem ein Unternehmen seine Investition in modernste Arbeitsmittel präsentiert, denn auch das beweist, dass es einem Betrieb wichtig ist, die Mitarbeiter zu unterstützen und ihren Arbeitsalltag so effektiv wie möglich zu gestalten. Unternehmen müssen mit potenziellen Kandidaten eine Beziehung aufbauen. In der Fachsprache heißt das „Candidate Relation Management“.

„Green Recruiting“ in Zeiten der Nachhaltigkeit

Die Nachhaltigkeitsdiskussion hat auch Auswirkungen auf die Personalbeschaffung, mittlerweile unter dem Schlagwort „Green Recruiting“. Die Next Generation steht dem Thema Klimaschutz sehr offen gegenüber und legt Wert auf einen ökologisch gesunden Arbeitsplatz. Das bedeutet, dass ein Betrieb bei der Werbung um Nachwuchstalente seine umweltrelevanten Vorzüge in den Vordergrund stellen sollte, um als attraktiver Arbeitgeber in Betracht zu kommen. Zum Beispiel Fahrgemeinschaften, E-Fuhrpark usw.

Digitale Tools für die Personalbeschaffung

Fürs Recruiting sollten immer eigene Human Resources-Abteilungen zuständig sein. Hierbei ist entscheidend, dass dieses Team flexibel ist und sich neuesten Trends stets anpasst. Das bedeutet, dass der Prozess der Personalbeschaffung ständig analysiert und gegebenenfalls adaptiert werden sollte. Zum Beispiel, indem man neue Technologien integriert. Video-Chats für Bewerbungsgespräche nehmen an Beliebtheit zu, aber auch Methoden wie Virtual Reality haben eine Zukunft. Also das Eintauchen in eine virtuelle Welt über Datenbrillen, weil auf diese Weise bereits der Arbeitsplatz simuliert werden kann und die Kandidaten eine authentische Vorstellung von ihren zukünftigen Aufgaben bekommen.  

Suchen statt gefunden werden

Bei der Suche nach neuen Talenten werden soziale Netzwerke stärker eingebunden. Das nennt man dann „Social Recruiting“: Man versucht potenzielle Kandidaten dort abzuholen, wo sie sich regelmäßig aufhalten. Denn es wird immer seltener, dass sich die besten Fachkräfte auf die Unternehmerseiten oder Arbeitsplatzbörsen verirren. Das müssen nicht zwingend soziale Plattformen wie Facebook, Twitter und Co. sein, sondern inkludiert auch Kontakt per Messenger-Diensten oder Chatbots. Wichtig ist, dass sich auch die Ansprache beim Social Media Recruiting ans neue Umfeld anpasst. In Zeiten von Big Data macht es Sinn, gesammelte Daten unter Wahrung des Datenschutzes zu analysieren und zur Werbung neuer Mitarbeiter einzusetzen. Aus den Daten lassen sich hilfreiche Informationen ablesen, dass man effektiver bei der gewünschten Zielgruppe landet – Stichwort „People Analytics“.

Exkurs: Wie digitale Personalsuche derzeit ankommt

Marketagent untersuchte, wie sich die Corona-Krise auf die Nutzung digitaler Möglichkeiten für die Personalsuche auswirkte.

Stärkere Nutzung digitaler Möglichkeiten für die Personalsuche als vor der Krise

  • 66,9 Prozent: Nein, kein Unterschied zu vor der Krise
  • 28,9 Prozent: Ja, wir haben stärker auf digitale Angebote/ Möglichkeiten gesetzt
  • 3,3 Prozent: Ja, wir haben überhaupt das erste Mal auf digitale Angebote/ Möglichkeiten gesetzt
  • 0,8 Prozent: Nein, wir haben eher weniger auf digitale Angebote/ Möglichkeiten gesetzt

Künftig stärkere Nutzung digitaler Möglichkeiten bei der Personalsuche 

  • 45,5 Prozent: Ja, eher schon 
  • 21,8 Prozent: Nein, eher nicht 
  • 14,5 Prozent: Ja, auf jeden Fall 
  • 17 Prozent: Wir nutzen digitale Möglichkeiten bereits jetzt sehr stark 
  • 1,2 Prozent: Nein, auf keinen Fall 

Nutzung digitaler Möglichkeiten beim Onboarding-Prozess 

  • 47,3 Prozent: Nein, keine digitalen Möglichkeiten 
  • 30,3 Prozent: Online-Schulungen 
  • 29,7 Prozent: E-Learning-Plattform 
  • 18,8 Prozent: Einschulungs-Videos, in denen Arbeitsschritte/ Aufgaben erläutert werden 
  • 16,4 Prozent: Video-Chat
  • 14,5 Prozent: Gruppen im Intranet/Social Intranet 
  • 13,3 Prozent: Gruppen in Messenger-Diensten 
  • 8,5 Prozent: Sonstige digitale Möglichkeiten 
  • 1,8 Prozent: Virtual Reality

In Frage kommende digitale Möglichkeiten für Bewerbungsgespräche 

  • 69,1 Prozent: Video-Chat
  • 12,1 Prozent: Messenger-Dienste
  • 8,5 Prozent: Social Media-Plattformen

Einstellung zu digitalen Bewerbungsgesprächen 

Die größten Vorteile laut den Befragten:

  1. zeitsparender
  2. effizienter
  3. zielführender

Die größten Nachteile laut den Befragten:

  1. nicht so persönlich
  2. weniger sympathisch
  3. kaum so aussagekräftig

Digital gut umsetzbare Schritte im Bewerbungsprozess 

  • 95,8 Prozent: Jobausschreibung
  • 84,2 Prozent: Erstkontakt Arbeitgeber/Kandidat
  • 61,2 Prozent: Bewerbungsgespräch
  • 6,7 Prozent: Assessment-Center

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