Volksbank Wien-Generaldirektor DI Gerald Fleischmann: „Echter Respekt hängt vom Einzelnen ab.“

Volksbank Wien-Generaldirektor DI Gerald Fleischmann: „Echter Respekt hängt vom Einzelnen ab.“

Heutzutage ist es auch aufgrund moderner Entwicklungen in der Welt der Kommunikation immer schwieriger, den Respekt aufrecht zu erhalten. Volksbank Wien-Generaldirektor DI Gerald Fleischmann spricht im Interview über die Kunst, Respekt zu bewahren, Respekt vor und für Kollegen, deren Arbeit und Respekt Banken gegenüber. Darüber hinaus geht es auch um das Thema Nachhaltigkeit, das eng mit dem Respekt verbunden ist.

Herr Generaldirektor, was bedeutet Respekt für Sie?

Generaldirektor DI Gerald Fleischmann: Formal ist Respekt aus meiner Sicht die Akzeptanz der Rolle eines anderen und ein daraus resultierender höflicher Umgang. Für mich geht wahrer Respekt aber darüber hinaus, es ist die echte Wertschätzung eines anderen, die Wertschätzung seiner Individualität. Auch wenn jemand nicht dieselbe Meinung oder dieselben Ziele hat wie ich, so ist das kein Grund, ihn abschätzig zu behandeln.

Kommt nicht im heutigen Geschäftsleben, im Wettbewerb, der Respekt zu kurz?

In der ganzen Menschheitsgeschichte hat es immer Kriege und Untaten gegeben, aber auch immer Freundschaften und Wohltaten. Der echte gefühlte Respekt hängt auch heute noch vom einzelnen Menschen ab. Was in den letzten Jahrzehnten anders ist, ist, dass sich das formale Respekt-Verhalten gelockert hat und durch die transparente Kommunikation Respektlosigkeiten schneller auffallen. Da ist gerade in der digitalen Kommunikation noch eine Verbesserung nötig, aber diese Diskussion ist jetzt weltweit in Gang gekommen.

DI Gerald Fleischmann

Wie leben Sie Respekt in Ihrer persönlichen Führungsfunktion?

Ich versuche aufmerksam zu sein und die individuellen Bemühungen und Leistungen anzuerkennen. Gleichzeitig möchte ich, dass die Mitarbeiter selbst den Mut zu eigener Verantwortung haben, ich halte Misstrauen gegenüber der Leistungsfähigkeit eines Mitarbeiters in dessen Aufgaben für respektlos.

Denken Sie, dass Banken in der Öffentlichkeit genug Respekt bekommen?

Die Kritik an den großen Investmentbanken, die mit ihrer Vorgehensweise vor zehn Jahren die Finanzkrise ausgelöst haben, war durchaus gerechtfertigt. Es gab und gibt ja durchaus Fälle, wo das nachhaltige Arbeiten für die Kunden und die Wirtschaft durch einen massiven Vorteil für wenige ersetzt wurde. Für eine rein österreichische Bankengruppe wie die Volksbanken ist dies kein Thema, unsere Kunden wissen, dass wir langfristig ihre Partner sein wollen, und deswegen wollen wir, dass sie zufrieden sind, und unterstützen sie, damit es ihnen in deren Wirtschaften besser geht.

Und umgekehrt, wie zeigen Sie als Volksbank den Kunden Respekt?

Die Volksbanken sind seit ihrer Gründung genossenschaftlich organisiert, die Kunden waren gleichzeitig Eigentümer und Mitglieder. Damit sind alle am gemeinsamen Erfolg interessiert.

Und ist das heute auch noch so?

Die Bedeutung des Themenbereiches Respekt nimmt wieder zu. Die Volksbank Wien hat für das Jahr 2017 erstmals einen Nachhaltigkeitsbericht erstellt. Wir dokumentieren jetzt also auch, wie respektvoll wir mit Mitarbeitern, Kunden, mit der Gesellschaft und der Umwelt umgehen. Da wir die Hausbank unserer Kunden in Österreich sein wollen, übernehmen wir gerne die damit verbundene Verantwortung.

DI Gerald Fleischmann

Alle Infos und den Nachhaltigkeitsbericht der Volksbank Wien AG zum Download finden Sie unter www.volksbankwien.at/cr-bericht

Fotos: Rene Wallentin

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